Trumps unseliger Einfluss auf den Balkan
Von vielen Einheimischen als «Gauleiter» verspottet, aber zentral für den Demokratisierungsprozess: der deutsche UNO-Hochrepräsentant Christian Schmidt.
Der Frieden in Bosnien-Herzegowina war nie wirklich gesichert. Der blutigste der jugoslawischen Zerfallskriege forderte zwischen 1992 und 1995 rund 100’000 Menschenleben und hinterliess ein tief gespaltenes Land.
Das Dayton-Abkommen von 1995 garantierte zwar formell die staatliche Einheit, zementierte aber faktisch die Teilung: Bosniaken und Kroaten leben in einer Föderation, die bosnischen Serben in der Republika Srpska. Seither blockieren sich die politischen Vertreter der Volksgruppen gegenseitig und lähmen die gesamtstaatlichen Institutionen.
Mit dem angekündigten Rücktritt des Hohen Repräsentanten der UNO, Christian Schmidt, rückt der Balkan erneut in den Fokus – zu Unrecht oft als Nebenschauplatz abgetan. Der frühere CSU-Politiker, seit knapp fünf Jahren und so lange wie niemand vor ihm im Amt, sollte die Einhaltung des Dayton-Vertrags überwachen. Trotz weitreichender Befugnisse gelang es ihm jedoch nicht, sich insbesondere gegenüber der Führung der bosnischen Serben durchzusetzen.
Deren Anführer........
