Zuversicht auf Oltner Strassen
«Was stoht uf dim Schild?» Ich zeige es dem kleinen Jungen, er liest laut: «Mer si zäme do. Lut, stark und liebevoll.» Er will wissen, was wir tun, warum wir violett angezogen sind und wofür das alles sei. «Manne hend meh Recht als Fraue! Und Manne sind sowieso stärker», wirft sein Kollege ein. Dabei nicken beide. Es erscheint eine kleine Zornesfalte in den jungen Gesichtern.
Frauen und ihre Botschafen am feministischen Streik in Olten.
Im Innern wünsche ich ihnen so liebevolle, innige Freundschaften, wie ich sie erleben darf. Wünsche ihnen jede Unterstützung, die sie jemals brauchen könnten. Wünsche ihnen, dass sie sich nie fürchten müssen, nicht vor Gewalt, Abwertung, Altersarmut – und auch vor sonst nichts. Ich hoffe, dass sie ihren Träumen nachgehen können, nicht von «das isch nur für Meitli» oder «Buebe münd stark si und brüele nid» zurückgehalten werden. So, wie ich das eben allen wünsche.
«Eigentlich ist es das Minimum, was wir fordern»: unbeschwert leben können – oder eben so unbeschwert, wie es die andere (männliche) Hälfte der Gesellschaft tut. Ohne nachts Angst zu haben. Nicht erklären........
