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Das Spektakel von Paris zeigt, warum sich der Fußball alles erlauben kann

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Kommentar zur Champions League: PSG und FC Bayern zeigen, warum sich der Fußball alles erlauben kann

Das Spektakel von Paris zeigt, warum sich der Fußball alles erlauben kann

Partien wie der Fiebertraum zwischen PSG und dem FC Bayern machen es selbst kritischen Fans unmöglich, sich abzuwenden. PSG und der FC Bayern haben bewiesen, warum der Sport nicht kaputtzukriegen ist.

Eine freundschaftliche Atmosphäre erfüllte den Prinzenpark, als der Sturm vorübergezogen war. Die Fußballer von Paris Saint-Germain und des FC Bayern waren Gegner gewesen, 90 Minuten lang, aber nach Abpfiff des Halbfinal-Hinspiels der Champions League standen sie beieinander wie alte Kumpels - und schufen Bilder, die dem Ereignis angemessen waren. Die Profis der beiden Teams werden nicht als Kontrahenten in Erinnerung bleiben - sondern als die gemeinsamen Schöpfer eines einzigartigen Fußball-Kunstwerks.

Denkt man an Spiele, die so irre sind, dass man an seinem Verstand zweifelt, denkt man oft an große Ungleichheiten. Das deutsche 7:1 gegen Brasilien bei der WM 2014 zum Beispiel ging in die Geschichte ein, weil die einen den anderen so absurd überlegen waren. Es war ein Spiel für die Ewigkeit, aber eben nur für Deutschland. Für Brasilien war es ein Trauma.

Eine Partie, die der Schönheit des Fußballs ein Denkmal setzte

Das 5:4 dagegen, das PSG und der FC Bayern dem Publikum geschenkt haben, war eine Gemeinschaftsarbeit. Es war nur möglich, weil beide Mannschaften eine herausragende Vorstellung lieferten, und weil niemand zu Kompromissen bereit war. Die Teams pflegen den gleichen draufgängerischen Stil und verfolgten ihn 90 Minuten lang konsequent. Das Ergebnis war eine Partie, die der Schönheit des Fußballs ein Denkmal setzte. Und die offenbarte, warum sich dieser Sport alles erlauben kann.

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Es gibt bekanntlich gute Gründe, am internationalen Fußball der Gegenwart zu verzweifeln: den Ausverkauf an Investoren und Staaten, die Fifa mit ihrem Präsidenten Gianni Infantino, eine bevorstehende WM in den USA von Donald Trump, bei denen sich nur Superreiche eine Eintrittskarte (oder ein Parkplatzticket) leisten können - die Liste ließe sich beliebig verlängern.

Doch Partien wie der Fiebertraum im Prinzenpark machen es selbst kritischen Fans unmöglich, sich abzuwenden. PSG und der FC Bayern haben gezeigt, warum der Fußball nicht kaputtzukriegen ist.


© Solinger Tageblatt