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Spionage-Prozess gegen Ex-BVT-Chefinspektor Ott beginnt

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19.01.2026

Die 172 Seiten starke Anklageschrift geht mit dem mittlerweile 63-jährigen Ott hart ins Gericht. Ott habe den russischen Nachrichtendienst unterstützt und russische Interessen gefördert, wird ihm vorgeworfen: "Er tätigte die Unterstützungshandlungen als österreichischer Polizeibeamter des BVT (...) und zuletzt als suspendierter Polizeibeamter des BMI." Die inkriminierten Handlungen hätten "die nationale Sicherheit der Republik Österreich beeinträchtigt."

Ott wird zunächst angekreidet, zwischen 2015 und 2020 ohne dienstlichen Auftrag Daten wie Aufenthaltsorte, Kfz-Kennzeichen und Reisebewegungen von Personen erhoben zu haben, an denen Russland ein Interesse hatte. Dazu zählte etwa ein ehemaliger russischer Geheimdienst-Offizier, der sich ins Ausland abgesetzt hatte. Im Zeitraum 2017 bis 2021 soll Ott personenbezogene Daten aus polizeilichen Datenbanken zum Zwecke der Übermittlung an Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek und Vertreter des russischen Nachrichtendienstes gesammelt haben. So holte er eine Meldeauskunft zu Christo Grozev, einem damals in Wien lebenden bulgarischen Investigativ-Journalisten ein, die laut Anklage "im alleinigen Interesse des russischen Nachrichtendienstes" war. Ott habe "grundsätzlich für alle dienstlich nicht begründbaren Aufträge ein Entgelt im zumindest drei bis vierstelligen Euro-Bereich gefordert", heißt es in der Anklage, weshalb ihm auch Bestechlichkeit angelastet wird.

In der angespannten finanziellen Lage Otts ortet der Staatsanwalt auch ein Motiv für die inkriminierten Handlungen: "Den Beweisergebnissen ist zu entnehmen, dass Chefinspektor Egisto Ott die strafbaren........

© Salzburger Nachrichten