Queerbeauftragte Sophie Koch: „Am Ende werden die CSDs zeigen, dass wir deutlich mehr sind“
Queerbeauftragte Sophie Koch „Am Ende werden die CSDs zeigen, dass wir deutlich mehr sind“
Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD).
Interview | Berlin · Nach dem Anschlag auf den CSD fordert die Queerbeauftragte des Bundes, Sophie Koch (SPD), mehr Solidarität aus Politik und Gesellschaft. Warum sie eine Änderung des Grundgesetzes befürwortet und weiter zur Teilnahme an CSD-Demonstrationen rät.
Frau Koch, Sie sind als unabhängige Beauftragte für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt die politische Ansprechpartnerin für queere Menschen. Welche Reaktionen haben Sie nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin erreicht?
Sophie Koch Der Großteil unserer Community stand und steht immer noch unter Schock. Ich habe großes Mitgefühl für die Opfer, für die Betroffenen. Es gibt aber auch viel Trauer und Wut. Die kommenden Tage sind dafür da, dass wir – auch als ganze Gesellschaft – uns die Zeit zum Trauern nehmen. Danach werden wir zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen.
Also weiterhin auf queere Veranstaltungen wie CSDs gehen?
Koch Ich kann dazu definitiv nur raten. Ich selbst werde noch ungefähr zehn CSD-Demonstrationen in diesem Jahr besuchen. Der CSD in Berlin hatte eigentlich ein wirklich umfassend gutes Sicherheitskonzept. Alle CSDs haben ein sehr hohes Sicherheitsbewusstsein. Es mag sein, dass die Polizeibehörden jetzt noch mal prüfen, ob sie irgendwo nachschärfen, ob sie vielleicht mehr Personal vor Ort haben müssen. Aber am Ende werden die CSDs zeigen, dass wir deutlich mehr sind – und wie viele Menschen auch außerhalb unserer Community für uns und unsere Anliegen da sind.
Was muss denn konkret passieren, damit sich........
