MIni-Reaktoren in Bayern: Was hinter Söders Atomvorstoß steckt
MIni-Reaktoren in Bayern Was hinter Söders Atomvorstoß steckt
Meinung | Düsseldorf · Ausgerechnet das Land, das ein Endlager ablehnt, will eine Renaissance der strahlenden Technologie. Das ist wenig überzeugend. Und es ist durchschaubar, wen Söder mit seiner Offerte eigentlich treffen will.
Bundeskanzler Friedrich Merz und Markus Söder beim CDU-Parteitag im Februar.
Markus Söder ist bereit: Der Ministerpräsident bietet Bayern als Standort für neue Mini-Atomkraftwerke und Fusionsreaktoren an. Die Kernenergie 2.0 bedeute ein neues Kapitel ohne die früheren Gefahren, schwärmt er. Die Offerte ist wenig überzeugend und folgt einer durchschaubaren politischen Taktik. Was Fusionsreaktoren angeht, muss Söder gar nichts anbieten: RWE arbeitet auf dem Gelände seines alten Meilers in Gundremmingen bereits mit einem Partner an der Fusionstechnologie. Ob ein Mini-Reaktor jemals wirtschaftlich zu betreiben ist, steht in den Sternen. Unlängst hat ein Investor in den USA sein Projekt gestoppt, weil die Kosten aus dem Ruder liefen. Ohne massive Subventionen wird die Technologie nicht zu haben sein, das diskreditiert sie schon mal. Und Atommüll produziert sie auch, selbst wenn man auf Recycling setzt.
