Israel und die EU: Die Schande westlich des Jordan
Was in den palästinensischen Gebieten des Westjordanlandes und des Gazastreifens vor sich geht, ist schockierend. Im Westjordanland verüben marodierende bewaffnete Siedler Pogrome an der palästinensischen Bevölkerung. Sie überfallen Dörfer, belagern Wohnhäuser, stecken Moscheen, Autos und Weideland in Brand. Bis Mitte August töteten sie 79 Menschen, darunter 19 Kinder. Diese Siedler verfolgen das erklärte Ziel, die palästinensische Bevölkerung aus ihrer Heimat, einem Stück Land westlich des Jordan, zu vertreiben.
Premierminister Benjamin Netanjahu verurteilte zuletzt „kriminelle Gewalttaten“, für die er „eine Handvoll Randalierer“ verantwortlich machte. Doch seine Regierung, die diese Gebiete besetzt hält und militärisch kontrolliert, hindert die Siedler nicht an ihren Gewaltexzessen. Als vergangenen Samstag Dutzende Siedler ein bewohntes Haus im palästinensischen Dorf Qusra überfielen, rückten Soldaten der israelischen Armee an, doch sie nahmen niemanden fest. Für die Gewalttaten der Siedler gilt de facto Straflosigkeit. Schlimmer: Die Armee beschützt oft die Angreifer. Es handelt sich keineswegs um spontane Übergriffe von „Randalierern“, sondern um systematische Terrorisierung der palästinensischen Bevölkerung mit der Absicht ethnischer Säuberung.
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