Da ist nix hängen geblieben
Ist das echt möglich? Da stellt sich der österreichische Bundeskanzler 2026 ganz gemütlich hin, vor einen Saal voll interessierter Bürgerinnen und Bürger, und sagt zu einer Frau: „Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit, weil Kinderbetreuung für mich … Ich würde das nicht als Arbeit sehen. Ich sag’s ganz ehrlich.“
Ja, das ist tatsächlich real. Das ist die Realität. Ein wichtiger, einflussreicher, mächtiger Mann, an der Spitze der Regierung immerhin, sagt es ganz ehrlich: Alle die Debatten und Überlegungen und Untersuchungen zu Care-Arbeit, zur ungerechten Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit, zum Gender Pay Gap, zur weiblichen Erwerbsbiografie, zur Altersarmut von Frauen sind bei ihm nicht angekommen, weil sie ihm ganz ehrlich sonst wo vorbeigegangen sind. Emanzengewäsch. Muss man nicht ernst nehmen. Muss man nicht hinhören.
Seit Jahrzehnten reden wir uns den Mund fusselig über die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die deswegen so schwierig ist, weil 90 Prozent der Care-Arbeit, ohne die Familien nicht existieren können, an den Müttern hängen bleiben. Und irgendwie haben wir gedacht, dass wir damit eine Spur........
