Israel und Palästina: Im Namen der Sicherheit
Kritik aus dem Ausland an ihrer Politik verbittet sich die israelische Regierung kategorisch. Wer gegen diese Regel verstößt, wird bestenfalls mit dem Etikett »Israel-Hasser« versehen, im schlimmsten Fall als »Antisemit« gebrandmarkt. So weit hat es der deutsche Botschafter Steffen Seibert nicht gebracht, doch seine Kritik an der Gewalt jüdischer Siedler gegenüber Palästinensern war zu viel für die kriegsgereizte Seele der Machthaber Israels: »Botschafter Seibert hat Schwierigkeiten damit, Angriffe auf Israelis zu verurteilen, ohne die Palästinenser zur Sprache zu bringen«, schrieb Israels Außenminister Gideon Saar auf X und freute sich, »dass bald ein neuer Botschafter eintreffen wird«.
Saar warf Seibert sogar »Besessenheit« gegenüber den Siedlern im Westjordanland vor, die ihn daran hindere, den Tod eines Juden durch Palästinenser zu verurteilen. Dabei hatte Seibert zuvor Anteilnahme gezeigt für den Tod eines israelischen Zivilisten bei Gefechten mit der Hisbollah und die vom Iran auf Israel abgefeuerten Raketen.
Für Israel galt schon immer: Wer nicht uneingeschränkt für uns ist, ist gegen uns. Genauso ist auch die deutsche Staatsräson gegenüber Israel ausgestaltet, wie die Prozesse gegen Kritiker am Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen zeigen. Botschafter Seibert stellte umgehend klar, Deutschland stehe im Krieg gegen den Iran an Israels Seite. Die Völkerrechtswidrigkeit ist nur Randnotiz. So wie 1029 Menschen, getötet in Israels neuer Offensive im Libanon. Opfer, die man im Namen der Sicherheit Israels hinnehmen müsse.
