Halbierungsinitiative: So links ist die SRG wirklich – und das täte ihr gut
Die Befürworter der Halbierungsinitiative beklagen einen Linksdrall der SRG. Unbegründet ist der Vorwurf nicht, doch zumeist bemüht sie sich fast krampfhaft um Ausgewogenheit.
Der Vorwurf der Linkslastigkeit ist ein Dauerbrenner in der Debatte um das öffentliche Radio und Fernsehen der Schweiz. Im Abstimmungskampf über die Halbierungsinitiative kocht er wieder hoch. «Wollen Sie mir ernsthaft sagen, dass die SRG keinen Linksdrall hat?», meinte SVP-Nationalrat Thomas Matter, der Urheber der Initiative, im «Tages-Anzeiger»-Interview .
Auf dem Road-Trip durch jene Gemeinden, die vor acht Jahren die weit radikalere No-Billag-Initiative angenommen hatten, wurde ebenfalls die angebliche Einseitigkeit der SRG beklagt. Vor allem die Corona-Berichterstattung hat viele in den SVP-lastigen Orten enttäuscht, was nicht überrascht. Was aber ist dran an diesem Vorwurf?
Er ist wie erwähnt alles andere als neu. In den 1980er-Jahren verlief die Debatte dem Gefühl nach deutlich gehässiger als heute. Es war die Zeit, in der der «Blick» unter seinem legendären Chefredaktor Peter Uebersax von rechts gegen die «linke» SRG polemisierte. Heute wirkt sie gesitteter, und Kritik gibt es nicht nur von rechts, sondern auch von links.
SP-Co-Präsident Cédric Wermuth hat mehrfach einen «Rechtsrutsch» bei der SRG ausgemacht . Ein Dorn im Auge ist ihm besonders die «Arena», der er ein «SVP-Framing» vorwarf. Was ihn nicht daran hindert, oft und gerne in der Sendung aufzutreten. Und ausgerechnet von der SP stammt die zweitgrösste Einzelspende für die Nein-Kampagne .
Mit 820’000 Franken ist sie mehr als doppelt so........
