Spendenkampagne: Solidarität mit Venezuela!
Solidarität mit Venezuela!
Spendenaufruf für die Betroffenen der Erdbeben und Unterstützung der Selbstorganisation von unten!
Vor nun über einer Woche wurde Venezuela von zwei schweren Erdbeben erschüttert. Circa 3300 Menschen wurden getötet, über 12.000 gelten als verletzt, über 16.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren und um die 50.000 Menschen gelten immer noch als vermisst. Ganze Wohnviertel wurden zerstört, Schulen und Krankenhäuser beschädigt und die ohnehin prekäre Versorgungslage hat sich dramatisch verschärft.
Doch diese Katastrophe ist nicht einfach eine Naturkatastrophe. Wie so oft trifft sie nicht alle Menschen gleichermaßen. Besonders betroffen sind die ärmsten Viertel in Caracas, La Guaira und El Junquito. Dort sind Wohnhäuser, Schulen und ganze Straßenzüge eingestürzt. Es sind die Arbeiter*innen, die Armen und diejenigen, die ohnehin schon unter prekären Bedingungen leben mussten, die alles verloren haben. Die Tragödie ist nicht allein Folge des Erdbebens. Sie ist das Ergebnis der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse, unter denen Millionen Menschen seit Jahren leben müssen.
Viele Familien wohnen in Häusern, die ohne ausreichende Planung oder sichere Infrastruktur gebaut wurden – nicht, weil sie das wollten, sondern weil Armut ihnen keine andere Wahl ließ. Laut der Sozialstudie ENCOVI leben mehr als zwei Drittel der venezolanischen Haushalte in Armut. Wer bereits vor der Katastrophe kaum genug zum Überleben hatte, hat nun sein gesamtes Zuhause, seine Existenz und seine Angehörigen auch verloren.
Eine Katastrophe mit politischen Ursachen
Venezuela ist nicht einfach schon immer ein “armes Land”. Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdölreserven der Welt. Seit Jahrhunderten ist das Land Ziel kolonialer Ausbeutung. Heute setzt sich diese Geschichte mithilfe von Sanktionen, militärischem Eingreifen und dem Versuch der USA, die politische und wirtschaftliche Zukunft Venezuelas nach ihren Interessen zu kontrollieren, fort. Nur wenige Tage nach der völkerrechtswidrigen Entführung Maduros wurden die Ölkonzerne für private Investitionen geöffnet, während die Übergangsregierung unter Delcy Rodríguez offen ihre enge Zusammenarbeit mit Washington betonten. Trump machte selbst deutlich, es geht um Öl und um geopolitische Kontrolle, und ganz eindeutig nicht um das Leben der Menschen.
Gleichzeitig trägt auch das Maduro-Regime Verantwortung für die soziale Katastrophe. Über Jahre wurden Proteste gegen Hunger und Armut unterdrückt, während sich eine kleine privilegierte Schicht bereicherte und Millionen Menschen in prekären Verhältnissen leben mussten. Die soziale Ungleichheit wurde nicht überwunden, sie wurde lediglich verwaltet.
Es ist klar, dass ohne die Sanktionspolitik der USA die Lebensumstände in Venezuela nicht so prekär sein müssten. Menschen könnten somit beispielsweise in sicherer gebauten Häusern leben. Gleichzeitig wäre es ein Trugschluss zu Glauben, dass Maduro in dieser Krise im Interesse der Bevölkerung agiert hätte. Doch eins ist klar: Die Privatisierung der Ölraffinerien sorgt dafür, dass Menschenleben, die gerettet werden könnten, nicht........
