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Offene Ohren

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03. September 2026 – 21. Elul 5786

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Was passiert, wenn 100 Berliner Israelis 45 Minuten haben, um einem Landespolitiker Fragen zu stellen? Etwas anderes, als Sie denken

Um 20 Uhr sollte der Zoom-Call zwischen Mitgliedern der meist säkularen israelischen Community Berlins und dem Berliner CDU-Politiker Stefan Evers am Mittwochabend losgehen. Vier Minuten vor Beginn der von der Immobilienmaklerin Anna Brautmann organisierten Diskussion waren 15 Leute beigetreten. Zehn Minuten später waren es 100 – und viele mehr, die auf Grund des Zoom-Limits gar nicht teilnehmen konnten.Natürlich war es eine Wahlkampfveranstaltung, aber doch auch mehr, denn der Finanz- und Kultursenator, CDU-Spitzenkandidat und – seit Kai Wegners Abgang –kommissarische Landesvorsitzende sah sich einer Gemeinschaft gegenüber, die bisher – auch auf eigenen Wunsch - selten als solche wahrgenommen wird. Es war ein dringend nötiger Realitätenabgleich. Denn der Leidensdruck ist groß, wie Evers Zoom-nah erleben konnte.Bis zu 18.000 Israelis leben derzeit in der Hauptstadt, viele davon mit deutschem Pass, sagt Brautmann eingangs und bezieht sich auf eine jüngste Schätzung der israelischen Botschaft. Aber es waren einmal deutlich mehr. Sie nimmt an, dass etwa 25 Prozent Berlin schon wieder verlassen haben oder gerade darüber nachdenken, es zu tun. Basis für diese Annahme ist auch ihre Maklererfahrung, denn sie ist spezialisiert darauf, Wohnungen für Israelis zu finden, zu vermieten oder zu verkaufen.

Dann geht es an den Schmerz

Nachdem Evers, in weißem Hemd ohne Schlips und so authentisch wie einem Berufspolitiker möglich, seine Haltung und die seiner Partei zu Israel und Antisemitismus vorgestellt hat – strikt pro-israelisch und vehement für den Schutz jüdischen Lebens in »seiner« Stadt – geht es an den Schmerz. Zuerst spricht Hagar, eine junge Frau aus der Tech-Branche: »Wir sind seit dem 7. Oktober mit so vielen Formen der Diskriminierung konfrontiert! Und ich meine nicht nur antisemitische Angriffe in Schulen, am Arbeitsplatz, auf Dating-Apps, in Bars,........

© Juedische Allgemeine