Israel erkennt den Völkermord an den Armeniern an
29. Juni 2026 – 14. Tamus 5786
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Israel erkennt den Völkermord an den Armeniern an
Die historische Entscheidung birgt diplomatische Sprengkraft. Außenminister Sa’ar bezeichnete die Anerkennung als »moralische Pflicht«
Die Regierung in Jerusalem hat einstimmig für die Anerkennung des armenischen Völkermords gestimmt und damit einen historischen Kurswechsel in der israelischen Politik eingeleitet. Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund der tiefgreifenden Verschlechterung der Beziehungen zwischen Israel und der Türkei sowie wiederholter Angriffe des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gegen Israel.
Außenminister Gideon Sa’ar, der den Antrag eingebracht hatte, erklärte dem Kabinett: »Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun.« Nach der Abstimmung schrieb er auf der Plattform X: »Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun. Israel schließt sich den 32 Ländern an, die ihrer moralischen Pflicht nachgekommen sind, indem sie die historische Wahrheit anerkennen und Versuche, sie zu leugnen, zurückweisen.« Er fügte hinzu, es sei »unsere moralische Pflicht als Juden – und ganz gewiss als Staat des jüdischen Volkes –, die Entscheidung zu treffen, die wir heute getroffen haben.«
Sa’ar hatte den Vorschlag bereits einige Tage zuvor vorgebracht und erklärt: »Aufgrund der moralischen und historischen Verpflichtung wird Israel den Völkermord an den Armeniern in der Endphase des Osmanischen Reiches anerkennen. Der Vorschlag hält außerdem fest, dass die Leugnung, Verharmlosung oder Verzerrung der historischen Wahrheit dieser Ereignisse verurteilt werden muss.«
Erläuterungen beschreiben die historischen Ereignisse detailliert
Die dem Regierungsvorschlag beigefügten Erläuterungen beschreiben die historischen Ereignisse detailliert. Dem Text zufolge habe der Völkermord an den Armeniern im April 1915 mit »der Verhaftung, Deportation und Ermordung hunderter armenischer Intellektueller, Anführer und Gelehrter in Konstantinopel« begonnen. Nach der Vernichtung der armenischen Führung »ging die osmanische Regierung zur........
