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Gesetz: Der 7. Oktober soll nicht „Massaker“ heißen

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12.02.2026

Der Streit beginnt mit einem Wort. Genauer: mit dem Vorschlag, es zu streichen. In einem Gesetzentwurf zur staatlichen Erinnerung an den 7. Oktober 2023 soll der Begriff »Massaker« aus dem Titel verschwinden – auf Wunsch des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Was wie eine semantische Korrektur wirkt, hat sich binnen Stunden zu einer emotionalen politischen Grundsatzdebatte über Erinnerung und Verantwortung entwickelt.

Ursprünglich trug der Entwurf zur Errichtung einer staatlichen Gedenk- und Dokumentationsbehörde für den 7. Oktober den Begriff »Massaker« ausdrücklich im Titel. Vertreter des Premierministeramts intervenierten jedoch, setzten durch, dass das Wort gestrichen wird, und beantragten die Umbenennung des Gesetzentwurfs während einer Debatte im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport der Knesset.

Der Gesetzentwurf sieht vor, am 24. des jüdischen Monats Tischri einen nationalen Gedenktag für den verheerenden Anschlag vom 7. Oktober 2023, den schwersten in der Geschichte Israels, zu begehen. Ein Entwurf trug den Titel »Erinnerung und Gedenken an die Ereignisse von Simchat Tora«. Ein vorheriger Titel, der das Wort »Massaker« enthielt, war gestrichen worden. Das Massaker ereignete sich am jüdischen Feiertag Simchat Tora. Das hebräische Wort »Simcha« bedeutet Freude.

Besonders viel Empörung lösten die anschließenden Äußerungen von Kulturminister Miki Zohar aus. Er erklärte, die Bezeichnung »Massaker« transportiere eine »Opfermentalität« und passe nicht zu einem starken Israel. Sinngemäß sagte er, die Tage, an denen man........

© Juedische Allgemeine