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Wie die »New York Times« Israel verteufelt

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19.05.2026

19. Mai 2026 – 3. Siwan 5786

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Wie die »New York Times« Israel verteufelt

Der Autor Nicholas Kristof überzieht Israel in einem Meinungsbeitrag mit ungeheuerlichen Vorwürfen. Doch belastbare Beweise für seine Behauptungen legt er nicht vor – und schadet damit dem Journalismus

Immer wenn man glaubt, dass die anti-israelische Besessenheit eine natürliche Grenze erreicht hat, wird man von der Wirklichkeit eines Besseren belehrt. Zuletzt geschah dies durch einen Artikel von Nicholas Kristof in der »New York Times«. Darin berichtet er nicht nur von Missbrauch palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen, sondern greift auch die groteske Behauptung auf, Israel nutze Hunde zur sexuellen Gewalt gegen Gefangene. Er lässt dabei keinen Zweifel daran, welche moralische Gleichung er aufstellen will. Denn er schreibt sinngemäß, dass das, was israelischen Frauen am 7. Oktober 2023 widerfahren sei, nun Palästinensern Tag für Tag widerfahre.

Noch Fragen? Wohl kaum. Denn damit ist die Botschaft glasklar: Israel wird nicht nur beschuldigt, einzelne Verbrechen oder Missstände zuzulassen. Nein. Israel soll als moralisches Monster erscheinen. Als Staat, dessen Grausamkeit die der Hamas sogar noch übertrifft. Denn wenn etwas »Tag für Tag« geschieht, während die Hamas ihre Verbrechen an einem einzigen Tag beging, dann lautet die implizite Botschaft: Die eigentlichen Bestien sitzen in Jerusalem.

Damit es keine Missverständnisse gibt: Natürlich gibt es Gewalt, Missbrauch und Grenzüberschreitungen in israelischen Gefängnissen. So wie es sie auch in anderen Gefängnissen gibt. Überall auf der Welt. Durch Aufseher oder Mitgefangene. In einer Gemengelage aus Frustration, Aggression und Dominanz. Und: Wahrscheinlich gab und gibt es sie seit dem 7. Oktober sogar verstärkt. Sicher ist das nicht. Aber zumindest möglich.

Das Terrain der politischen Dämonisierung

Denn nach einem Massaker wie dem vom 7. Oktober, nach tausenden Festnahmen, unter Bedingungen permanenter Eskalation, Überforderung und Traumatisierung, ist es nicht abwegig anzunehmen, dass einzelne Wärter oder Sicherheitskräfte Grenzen überschritten haben. Vor allem, wenn der für das Gefängniswesen zuständige Minister ausgerechnet der rechtsextreme Itamar Ben-Gvir ist. Fest steht aber: Das ist inakzeptabel. Punkt. Solche Vorfälle müssen untersucht, verfolgt und abgestellt werden. Denn gerade ein demokratischer Rechtsstaat darf auch im Ausnahmezustand seine moralischen Grenzen nicht verschieben. Auch wenn das eine Forderung ist, die in der israelischen Wirklichkeit von palästinensischer Gewalt, islamistischem Terror und dauernder Bedrohung von außen und innen kaum zu bewältigen ist.

Aber darum geht es Kristof gar nicht. Und es geht ihm auch nicht darum, auf Missstände hinzuweisen, um bessere Bedingungen für Gefangene zu erreichen. Denn dafür hätte Kristof auch im eigenen US-amerikanischen Hinterhof kehren können. Stichwort ICE. Oder Guantanamo. Oder er hätte sich mit den Zuständen in palästinensischen, iranischen oder chinesischen Gefängnissen befassen können. Doch es geht nicht um Menschenrechte. Es geht darum, einen Staat, ein Kollektiv, ein........

© Juedische Allgemeine