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Fallstricke des Wokeismus

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21.06.2026

21. Juni 2026 – 6. Tamus 5786

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Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

Am 10. November 2023 verließ die israelische Künstlerin und Psychoanalytikerin Bracha Lichtenberg Ettinger das Gremium der Findungskommission zur documenta 16, die im Sommer 2027 stattfinden wird. Ihr Wunsch, die Findungskommission möge wegen der Ereignisse im Nahen Osten einen Moment innehalten, stieß nicht auf Resonanz. Ende Januar fand an der Kunstakademie Düsseldorf eine Veranstaltung mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif statt. Sie gilt als Sympathisantin der »Volksfront zur Befreiung Palästinas«.

Die Beispiele verdeutlichen exemplarisch, was sich seit dem 7. Oktober 2023 verschärft abzeichnet: Die vordergründige Solidarität mit den palästinensischen Opfern verschränkt sich mit der hintergründigen Ideologie des Postkolonialismus, die Israel zum Täter macht. In dieser Kons­truktion wird die israelische Herrschaft als »Apartheidregime« der »Weißen« gebrandmarkt.So geht die postkolonialistische Denkweise vieler Intellektuellen mit einer moralischen Überheblichkeit und einem ebensolchen Konsens einher: Israels Politik wird mit Staatsterror gleichgesetzt, was einem Rückfall in den imperialen Kolonialismus gleichkommt. Der deutsche Rechtswissenschaftler Karl-Heinz Ladeur hat die Rhetorik von Studentengruppen analysiert und eine strukturelle Analogie mit der Hamas offengelegt: Die totalitäre Kampfsprache ist bei beiden identisch und gipfelt in der Kampfparole gegen die »zionistischen Entität«. Eindeutiger lässt sich der Feind nicht benennen beziehungsweise beschimpfen.

Der Holocaust wird nicht geleugnet, aber in Bezug zur Dekolonisierung krude relativiert.

Der Holocaust wird nicht geleugnet, aber in Bezug zur Dekolonisierung krude relativiert.

Erstaunlich ist daher, dass diese Sprache trotzdem wie wissenschaftliche Argumentation wirkt. Was vor über 100 Jahren im akademischen Milieu rassentheoretische Berechtigung erfuhr, gibt sich gegenwärtig fundamental antirassistisch. Das hat Kalkül: Israel wird als zionistisches Ganzes durch diese Art von Sprache des Rassismus bezichtigt.

Geburtsstunde des postkolonialen Antisemitismus

Es ist wenig verwunderlich, dass die erste Solidaritätsbekundung nach den Hamas-Massakern am 7. Oktober 2023 an der New Yorker Columbia University organisiert wurde: Diese Universität gilt durch die Lehre von Edward W. Said, der dort von 1963 bis 2003 als Professor tätig war, als........

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