Wenn der Himmel unser Dach wird
23. September 2026 – 12. Tischri 5787
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Wenn der Himmel unser Dach wird
Vielleicht können wir Israelis nach Jahren in Schutzräumen die Bedeutung der fragilen Laubhütte heute noch besser verstehen. Ein Essay
Es gibt Bilder, die man nicht mehr vergisst: Eine Sirene mitten in der Nacht. Eltern, die ihre Kinder wecken. Schritte auf dem Weg zum Schutzraum. Eine schwere Tür, die sich schließt. Menschen, die im Dunkeln warten, bis die Gefahr vorüber ist.
Viele Menschen in Israel haben solche Momente in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt. Raketen, Drohnen und Bombardierungen haben das Gefühl von Sicherheit erschüttert. Der Weg in den Bunker oder Schutzraum wurde für viele Familien zu einem Teil des Alltags.
Doch jetzt steht der Feiertag Sukkot unmittelbar bevor. Wir verlassen unser festes Haus und setzen uns unter ein Dach aus Zweigen. Auf den ersten Blick könnte der Unterschied kaum größer sein. Der Bunker soll möglichst stark und sicher sein. Die Sukka dagegen ist eine vorübergehende, empfindliche Behausung. Der Bunker schützt uns vor der Gefahr von außen. Die Sukka erinnert uns daran, dass wir trotz aller Schutzmaßnahmen niemals alles in unserer Hand haben. Vielleicht verstehen wir in Israel die Botschaft der Sukka deshalb heute anders als früher.
Wir brauchen Schutz – aber nicht nur Schutz
Das Judentum ist keine Religion der Weltflucht. Wir sollen unser Leben schützen. Wir sollen Schutzräume aufsuchen, wenn Gefahr besteht. Wir sollen alles tun, was vernünftige menschliche Vorsorge verlangt.
Betonwände können Leben retten. Ein sicherer Schutzraum kann den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Aber selbst die stärksten Mauern können uns keine absolute Sicherheit geben.
Das ist keine Schwäche menschlicher Technik. Es ist eine grundlegende Wahrheit über das menschliche Leben. Wir planen. Wir bauen. Wir sichern ab. Wir versuchen, Gefahren vorherzusehen. Und dennoch bleibt etwas, das wir nicht kontrollieren können. Genau dort beginnt die Botschaft von Sukkot.
Wir versuchen, Gefahren vorherzusehen. Und dennoch bleibt etwas, das wir nicht kontrollieren können.
Wir versuchen, Gefahren vorherzusehen. Und dennoch bleibt etwas, das wir nicht kontrollieren können.
Die Tora verbindet die Sukka mit der Zeit, in der das Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten durch die Wüste zog. Der Talmud überliefert dazu zwei große Deutungen. Nach Rabbi Akiva lebten die Israeliten tatsächlich in einfachen Hütten. Nach Rabbi Elieser waren die »Sukkot« die Wolken der Herrlichkeit, die Israel begleiteten und beschützten.
Vielleicht müssen wir uns nicht zwischen diesen beiden Vorstellungen entscheiden. Die Sukka war eine wirkliche Behausung – und zugleich ein Zeichen dafür, dass der eigentliche Schutz Israels nicht nur aus menschlichen Wänden bestand. Das Volk hatte keine........
