„Ohne den Mossad wäre ich vermutlich schon unter der Erde“
29. Mai 2026 – 13. Siwan 5786
AboAngebote PrintAbo-Service
AboAngebote PrintAbo-Service
»Ohne den Mossad wäre ich vermutlich schon unter der Erde«
»Ohne den Mossad wäre ich vermutlich schon unter der Erde«
Das iranische Regime wollte Volker Beck ermorden lassen. Im Gespräch erzählt der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, wie der Anschlagsplan sein Leben verändert hat und was sich seiner Meinung nach nun ändern muss
Herr Beck, vergangene Woche machte der »Spiegel« öffentlich, dass Attentäter im Auftrag des Irans Mordanschläge gegen Sie und den Präsidenten des Zentralrats, Josef Schuster, geplant hatten. Wie haben Sie davon erfahren?Das muss Ende Mai, Anfang Juni 2025 gewesen sein. An einem Freitag rief mich morgens der Staatsschutz an und bat um einen Termin für ein Gespräch. In diesem wurde mir dann eröffnet, dass es eine konkrete Bedrohungslage zu meiner Person gibt. In den nächsten Stunden und Tagen wurden die Sicherheitsmaßnahmen immer weiter angehoben.
Wie sah Ihr Alltag in den darauffolgenden Wochen aus?Die Empfehlung der Behörden war, ab jetzt das Haus nicht mehr ohne Polizeischutz zu verlassen. Zum Spazieren mit dem Hund ging es nur noch in einem gepanzerten Fahrzeug. Meine Außentermine hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon relativ stark reduziert. Man geht in so einer Situation nicht mehr einfach Kaffee trinken, ins Kino oder um Freunde oder Bekannte zu treffen, wenn das viele Polizeiarbeitsstunden kostet. Wenn für jede Freizeitaktivität sechs bis zehn Sicherheitskräfte mobilisiert werden müssen, überlegt man sich das zweimal. Diese Zeit steckt mir immer noch in den Knochen. Am Ende schleicht man wie ein Tiger im Käfig durch die eigene Wohnung, weil man kaum noch echte, ungezwungene Kontakte hat. Nichts ist mehr normal!
Wie bewerten Sie den Umgang der Behörden mit der Bedrohung gegen Sie?Ohne die Informationen »befreundeter Dienste«, wie es so schön heißt, hätten die deutschen Behörden von der Bedrohung gegen mich nichts gewusst. Konkreter: Ohne den israelischen Geheimdienst Mossad wäre ich vermutlich jetzt schon eine Weile unter der Erde. Unsere deutschen Geheimdienste waren da leider wieder einmal blind.
»Es wäre die Aufgabe der deutschen Gesellschaft und des Staates, den Juden das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein.« volker beck
»Es........
