Historiker Gerber: Erinnerung an Holocaust verschwindet
29. Juni 2026 – 14. Tamus 5786
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Historiker Gerber: Erinnerung an Holocaust verschwindet
Der Leipziger Historiker Jan Gerber wendet sich gegen ein kontinuierliches Verschwinden der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Schoa. Der Tod der letzten Zeitzeugen ist für ihn dabei nicht entscheidend
Der Leipziger Historiker Jan Gerber befürchtet ein doppeltes Verschwinden der Erinnerung an die Schoa. Bei jungen Menschen schwinde das Wissen um die Verbrechen des Holocaust zunehmend, sagte Gerber im Interview der Zeitschrift »Herder Korrespondenz«. Und dort, wo noch Wissen über die NS-Verbrechen vorhanden sei, verschwinde die Erkenntnis über die historische Besonderheit des Holocaust.
»Diese Entwicklung ordnet sich in einen größeren Prozess des Verlusts historischer wie politischer Urteilskraft und Unterscheidungsfähigkeit ein. Das hat katastrophale Folgen«, sagte Gerber, der am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte forscht. Wer keine historischen Unterscheidungen vornehmen kann, könne auch keine aktuellen oder........
