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Charlotte Knobloch schreibt, warum sie „trotzdem weiter“ macht

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21.08.2026

21. August 2026 – 8. Elul 5786

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Charlotte Knobloch schreibt, warum sie »trotzdem weiter« macht

2012 erschienen die Lebenserinnerungen der Schoa-Überlebenden Charlotte Knobloch. Titel: »In Deutschland angekommen«. Heute sagt sie: »Ich habe mich getäuscht.« Und legt deshalb ein weiteres Buch vor

»Immer weiter! Immer weiter!«, schrie Torwart Oliver Kahn Trainer Ottmar Hitzfeld an, nachdem sein FC Bayern 2001 im letzten Meisterschaftsspiel sich beim Hamburger SV ganz kurz vor Abpfiff den Titel gesichert hatte. Es könnte auch das Motto für Charlotte Knobloch sein. Erst im Juli hat sich die Grande Dame des deutschen Judentums, inzwischen 93 Jahre alt, für weitere vier Jahre zur Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern wählen lassen. Einstimmig.

Normal ist das nicht. Der Torwarttitan auf dem Fußballplatz war eine Ausnahmeerscheinung. Knobloch, die als gebürtige Münchnerin den FC Bayern liebt und nach Möglichkeit kein Heimspiel versäumt, ist es auf ihre Weise. Mit einem Unterschied: Kahns Zeit ist schon lange vorbei. Nach 21 Jahren als Profi. Während Knobloch als professionelle ehrenamtliche Führungskraft bereits doppelt so viele Jahre hinter sich hat - und noch einiges vor sich.

Präsidentin seit 1985

Die gebürtige Münchnerin und Schoa-Überlebende amtiert als Gemeindevorsitzende seit 1985. Zeitweise führte sie den Zentralrat der Juden in Deutschland und übernahm Funktionen in internationalen jüdischen Organisationen. Warum sie immer weitermacht, hat Knobloch in einem Buch aufgeschrieben, das am Donnerstag erschienen ist.

Vor das »weiter« - und das ist entscheidend - hat die Autorin ein »trotzdem« gesetzt. 2012, kurz vor ihrem 80. Geburtstag, kamen ihre Lebenserinnerungen heraus. Das aber soll nicht das letzte Wort gewesen sein, so muss man die Neuerscheinung verstehen.

»Ich habe mich getäuscht«

Knobloch sieht Korrekturbedarf. Grund sind die Erfahrungen, die........

© Juedische Allgemeine