Wie antisemitisch ist die AfD?
03. September 2026 – 21. Elul 5786
AboAngebote PrintAngebote E-PaperAbo-Service
AboAngebote PrintAngebote E-PaperAbo-Service
Wie antisemitisch ist die AfD?
Die rechtsextreme Partei inszeniert sich gern als Vorkämpferin gegen Judenhass und für Israel. Ein Faktencheck
Gern inszeniert sich die AfD als Vorkämpferin gegen Antisemitismus und betont öffentlichkeitswirksam ihre Solidarität mit Israel. Beispielsweise beantragte sie ein Verbot der Terrororganisation Hisbollah oder forderte eine Verurteilung der Boykottbewegung BDS. Dabei wird alles als eine Gefahr von außen präsentiert – ganz so, als ob der »importierte Antisemitismus« über das friedliche christlich-jüdische Zusammenleben in Deutschland hereinbrechen würde. Die antisemitischen Ressentiments in der Mehrheitsgesellschaft fallen dagegen völlig unter den Tisch. Tatsächlich sind jedoch diese Weltbilder in der Partei selbst tief verankert.
Immer wieder attackiert die AfD unter Rückgriff auf antisemitische Stereotype prominente Vertreterinnen und Vertreter jüdischen Lebens, teilen AfD-Politiker in sozialen Medien antisemitische Karikaturen und Verschwörungserzählungen oder relativieren die Verbrechen des Nationalsozialismus. So hat sich ihr Ableger in Sachsen-Anhalt einer radikalen Kehrtwende in der Erinnerungspolitik verschrieben. »Die jahrzehntelange Vergangenheitsbewältigung hat zu einer Verewigung des Schuldkomplexes geführt«, heißt es im Wahlprogramm.
Agenda des ehemaligen Parteivorsitzenden Alexander Gauland
Getreu der Agenda des ehemaligen Parteivorsitzenden Alexander Gauland, der »Hitler und die Nazis« einst als »Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte« bezeichnet hat, soll nach dem Willen der AfD »ein grundsätzlich bejahender, unbelasteter, respektvoller und wertschätzender Umgang mit der deutschen Geschichte etabliert werden«.
Ihr Ziel, den »Nationalmasochismus« zu überwinden, will die AfD mit einer geschichtsrevisionistischen Rückbesinnung auf das 19.........
