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Hoffen auf ein Wunder

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22.02.2026

22. Februar 2026 – 5. Adar 5786

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Hoffen auf ein Wunder

Eine der letzten Synagogen des Londoner East End könnte trotz aller Rettungsversuche zu einer Moschee werden

In einer Nebenstraße in Ost-London steht ein unauffälliger zweistöckiger Ziegelbau. Nur ein blaues Metallschild über dem Eingang mit Davidstern und Jahreszahlen sowie ein weiteres Schild rechts mit Gebetszeiten und dem Namen »East London Central Synagogue« geben den Charakter des Hauses preis. Könnte man in die abgesperrte Synagoge hineingehen, würde man hinter einem Vorhang den neoklassizistischen Innenraum entdecken, mit einer Bima umgeben von je fünf engen Sitzreihen aus dunklem Eichenholz. Über dem Aron Hakodesch, zu dem man über halbrunde Marmorstufen gelangt, brüsten sich zwei goldene Löwen, eine Krone und ein Davidstern.

Als während der Pandemie ein Teil der himmelblauen Decke herabfiel, bedeutete es das Ende der Nutzung dieses beeindruckenden Gebäudes. Es wird auch Nelson-Street-Synagoge genannt und ist neben der sefardischen Brevis-Marks-Synagoge das einzige noch übrig gebliebene Bethaus, das als solches erbaut wurde. Es war auch bekannt für seine hervorragende Akustik.

Nur noch drei von ehemals 100 Synagogen

In den engen und von Menschen überfüllten Gassen Ost-Londons hatten sich bis zu 200.000 jüdische Flüchtlinge aus Osteuropa angesiedelt. Nur noch drei von ehemals 100 Synagogen bieten Gottesdienste an. Nelson Street integrierte über die Jahre rund 20 Gemeinden, deren Mitgliederzahl sich drastisch reduziert hatte. Dadurch verschmolz sefardische Gebetstradition aus der Zeit der Synagogeneröffnung von 1923 mit der........

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