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Ein Fest der Natur

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23. September 2026 – 12. Tischri 5787

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Vom Feiern der Schöpfung zur Verantwortung für ihre Bewahrung

Nach dem biblischen Kalender, dessen Jahreslauf im Frühling beginnt, ist Sukkot das dritte der Wallfahrtsfeste (Regalim). Nach dem zeitgenössischen hebräischen Kalender, der in der Mischna-Zeit überliefert wurde, ist Sukkot jedoch das erste Wallfahrtsfest und der dritte Feiertag des Jahres – unmittelbar nach Rosch Haschana und Jom Kippur. Der Talmud (Rosch Haschana 10b) nennt diese beiden Zeitpunkte des Jahresbeginns – Frühling (Nissan) und Herbst (Tischri) – als Momente der Erschaffung der Welt.

Die Überlieferung, die die Schöpfung im Frühling verortet, verbindet die landwirtschaftlich-naturbezogene Dimension der drei Wallfahrtsfeste mit ihrer historischen Bedeutung, insbesondere mit der Idee der Freiheit, wie sie im Auszug aus Ägypten Gestalt annimmt. Die Überlieferung hingegen, die den Herbst als Zeitpunkt der Schöpfung versteht, stellt Sukkot in den Zusammenhang von Gericht (Rosch Haschana) und Barmherzigkeit (Jom Kippur). Beide verweisen auf die umfassende Verantwortung jedes Einzelnen und jeder Gesellschaft für unser Handeln und unsere Entscheidungen. Die Natur ist uns gegeben und bestimmt unser Leben – doch wir sind frei zu entscheiden, wie wir in ihr leben wollen. Und wir tragen Verantwortung für ihren Erhalt.

In der Natur des Landes Israel und seiner Landwirtschaft verankert

Der hebräische Kalender ist fest in der Natur des Landes Israel und seiner Landwirtschaft verankert. Die komplizierten astronomischen und halachischen Berechnungen, die dem hebräischen Kalender zugrunde liegen, gewährleisten, dass Sukkot stets zu Beginn des Herbstes und als Chag HaAsif (Erntefest) gefeiert........

© Juedische Allgemeine