Die Angst, als Jude erkannt zu werden
07. Mai 2026 – 20. Ijar 5786
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Die Angst, als Jude erkannt zu werden
Die Angst, als Jude erkannt zu werden
Der Lagebericht des Zentralrats offenbart, wie unsicher sich Juden in Deutschland fühlen. Eine Gemeindevorsitzende beschreibt, was das für den Alltag der jüdischen Gemeinschaft bedeutet
Ich blicke mit großer Sorge auf die Ergebnisse des jüngsten Lageberichts des Zentralrats der Juden. 68 Prozent der befragten Gemeinderepräsentanten geben darin an, dass jüdisches Leben heute unsicherer ist als vor dem 7. Oktober 2023. Nur 13 Prozent schätzen die Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland positiv ein. Als Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde in Trier weiß ich aus persönlichen Gesprächen, wie sehr sich das Empfinden vieler unserer Mitglieder verändert hat. Verunsicherung, Zurückhaltung und wachsende Ängste prägen zunehmend den Alltag.Besonders belastend ist die Situation für unsere Kinder und Jugendlichen: Einige kommen nicht mehr zum Religionsunterricht, weil sie fürchten, vor der Synagoge gesehen und erkannt zu werden. Auch bei jüngeren Erwachsenen, die im Berufsleben stehen, wächst die Sorge, mit dem Judentum in Verbindung gebracht zu werden.
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