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„Die Zukunft interessiert mich nicht mehr so furchtbar dolle“

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04.09.2026

04. September 2026 – 22. Elul 5786

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»Die Zukunft interessiert mich nicht mehr so furchtbar dolle«

Ein Chor von über 90-jährigen Menschen probt erstmals im Jüdischen Museum

Die Zeit vergeeeeht», singen die zwölf grauhaarigen Männer und Frauen einstimmig. Einer sitzt im Rollstuhl, andere haben ihre Stöcke und Krücken an der Wand abgestellt oder ihre Rollatoren abseits geparkt. Ari Benjamin Meyers sitzt am Flügel und begleitet die Sängerinnen und Sänger. «Wem es zu hoch ist, der kann in die Kopfstimme übergehen», sagt der Komponist. Es probt: der «Chor der Zeitastronauten». Er ist Teil der Jubiläumsausstellung des Jüdischen Museums, die jetzt eröffnet wurde.

«Das Gegenteil von Jetzt», heißt sie. Museumsdirektorin Hetty Berg erklärt bei der Vorstellung, die Schau wolle der oft düsteren Stimmung der Gegenwart andere Vorstellungen entgegensetzen - mittels künstlerischer Projekte. «Alle diese Werke geben am Ende Hoffnung», sagt sie.

Meyers‘ «Chor der Zeitastronauten» - der mutmaßlich älteste Chor Deutschlands - ist eines davon. Die Mitglieder proben alle drei Wochen live in der Ausstellung. Dabei tragen die alten Damen und Herren orangefarbene Astronautenanzüge; soll heißen: Sie sind in einer anderen Zeit angekommen. «Diese Menschen planen nicht hektisch ihren Tag und eilen nicht mehr von Termin zu Termin», sagt der Chorleiter. «Sie planen auch nicht mehr fünf Jahre im voraus.» Das heiße nicht, dass sie mit ihrem Leben abgeschlossen hätten. «Ich wollte aber zeigen: Wie ist es dort, wo sie sind? Was........

© Juedische Allgemeine