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Rechtspflege oder Steuerschaden? Eine Branche gegen ihr eigenes Berufsrecht

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21.07.2026

Ein Freund von mir handelt online mit Schallplatten. Es geht ihm gut. Als er dann neulich noch erbte, kämpfte sein Steuerberater monatelang darum, ihn vor der Erbschaftsteuer zu bewahren. Mein Freund wollte zahlen. Das Land, in dem er lebt und als Trödler (wie er sich augenzwinkernd nennt) erfolgreich ist, habe einen Anteil daran verdient. Sein Berater hielt das für einen Denkfehler und suchte weiter nach Gestaltungen.

In einer WhatsApp-Gruppe mit dem Namen „Stiftungen“ tauschen sich Hunderte Unternehmerinnen und Unternehmer wie er aus. Es geht fast ausschließlich um Erbschaft- und Wegzugsteuer, um Holdings, um Abschirmung. Ich kenne viele in dieser Gruppe, die auch mal größere Summen spenden. Dass Stiftungen auch etwas anderes sein können als Steuervehikel, spielt hier keine Rolle.

Eine gute Bekannte verfügt über ein dreistelliges Millionenvermögen. Sie möchte ihr Unternehmen in einer gesunden Gesellschaft wachsen sehen. Seit Jahren sucht sie einen Steuerberater, der ihr hilft, ihr Geld für Klimaschutz, Demokratie und Frauenrechte einzusetzen, einen, der sich mit Gemeinnützigkeit und Impact Investing auskennt. Sie hat noch keinen gefunden.

Die Verkaufsrealität der Branche hat mit diesen Beispielen wenig zu tun, wenn ich die Anzeigen sehe, die mir auf LinkedIn und Youtube ausgespielt werden. Sie stammen von Steuerberatern, Stiftungsanwälten, Privatbanken: „Steuerfrei, 0 Prozent mit Stiftung. Heute Abend, 19 Uhr, live.“ „Endlich nicht mehr die Hälfte Ihres Vermögens an den Staat abgeben.“ „Immobilie an Stiftung verkaufen. So geht es.“

Ein Freund von mir handelt online mit Schallplatten. Es geht ihm gut. Als er dann neulich noch erbte, kämpfte sein Steuerberater monatelang darum, ihn vor der Erbschaftsteuer zu bewahren. Mein Freund wollte zahlen. Das Land, in dem er lebt und als Trödler (wie er sich augenzwinkernd nennt) erfolgreich ist, habe einen Anteil daran verdient. Sein Berater hielt das für einen Denkfehler und suchte weiter nach Gestaltungen.

Und immer wieder finde ich den Begriff „Steuerschaden“. Er steht in Werbebotschaften, Mandantenrundschreiben und Fortbildungsprogrammen, und er bezeichnet die Steuer, die gezahlt wird. In dieser Sprache ist der Staat der Schädiger, der Bürger der Geschädigte und die Steuerzahlung ein vermeidbarer Unfall, den ein guter Berater........

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