Grönland-Deal – jetzt kommt es auf Europas Kernkompetenzen an
Liebe Leserinnen und Leser,
mit Trump und Grönland begann die Woche. Trump und Grönland begleiteten uns durch die Woche. Mit Trump und Grönland beschließen wir die Woche.
Der Leistungsnachweis des US-Präsidenten bemisst sich dabei an den vielen Tonnen transatlantischen Porzellans, die er zerschlagen hat. Denn in der Sache selbst, das zeichnete sich gestern immer deutlicher ab, hat Trump so gut wie nichts erreicht. Vielmehr hat er seine Gewalt- und Zolldrohungen vom Tisch genommen gegen die Zusage für einen, in Trumps eigenen Worten:
Wer sich ein wenig mit bürokratischen Prozessen auskennt, weiß: Was so heißt, heißt in Wirklichkeit noch gar nichts. Die Europäer haben jetzt die Chance, in ihrer absoluten Kernkompetenz zu glänzen. Nämlich ungelöste Interessenkonflikte, in diesem Fall zwischen Dänemark, Grönland und den USA, im lähmenden Nebel eines endlosen Verhandlungsprozesses verschwinden zu lassen.
Zwei Konfliktpunkte, die es möglichst lange zu verschleppen, verschleiern und verkomplizieren gilt, zeichnen sich schon jetzt ab:
Die beste europäische Taktik in dieser Situation: Zeit gewinnen, die Gespräche in die Länge ziehen, und im Zweifel auch nach 26 Jahren Verhandlungsdauer einfach noch ein zusätzliches Rechtsgutachten einholen – das Mercosur-Abkommen lässt grüßen. Und immer daran........
