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Und wenn Trump eines Tages Friedrich Merz entführen lässt?

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05.01.2026

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!

War es eine gute Idee von Donald Trump, den Menschenschinder Nicolás Maduro in Venezuela gefangen nehmen zu lassen? Und wie wird dieser Schritt die Weltordnung verändern? Lassen Sie uns mit einem kleinen Gedankenexperiment beginnen, an dessen Ende Sie selbst entscheiden können, wie abseitig Sie es finden:

Nach dem Scheitern der derzeitigen Bundesregierung geht die AfD als stärkste Partei aus den anschließenden Neuwahlen hervor. Da sie jedoch die absolute Mehrheit verfehlt und niemand mit ihr koalieren will, hat die Partei keine Aussicht, ihre Spitzenkandidatin Alice Weidel als Bundeskanzlerin durchzusetzen. Stattdessen bleibt Friedrich Merz geschäftsführend im Amt – wie es das Grundgesetz vorsieht und obwohl er sich auf keine parlamentarische Mehrheit mehr stützen kann.

In den Monaten darauf mehren sich aus dem Weißen Haus die Forderungen, dem vermeintlichen Willen des Volkes zu entsprechen und Weidel die Regierungsgeschäfte zu übertragen. Im hiesigen politischen Establishment nimmt das niemand so recht ernst – bis Deutschland eines Morgens aufwacht und erfährt: US-Spezialkräfte haben Merz und seine Frau auf ein amerikanisches Kriegsschiff in der Nordsee verschleppt. Dem Rest der Bundesregierung diktiert Trump nun seine Forderungen:

Bis vor drei Tagen hätte ich solch einem Szenario zehn von zehn Absurditätspunkten gegeben. Inzwischen bin ich eher bei acht. Denn die US-Intervention in Venezuela hat uns einer letzten vermeintlichen Sicherheit in Bezug auf Trump beraubt: dass er kein Interesse an „Regime........

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