Femizide in den Medien: Die Taten beim Namen nennen
Femizide in den Medien: Die Taten beim Namen nennen
Stand: 08.10.2026, 17:24 Uhr
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Fast jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann, eine Frau zu töten. Jeden dritten Tag gelingt es. Das ist nur ein Bruchteil der Gewalt, die oft in der Berichterstattung zu kurz kommt. Das Editorial zum Auftakt unserer FR-Serie über Femizide.
Liebe Leserin, lieber Leser,
wir können mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Sie mindestens eine Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt kennen. Ebenso wahrscheinlich ist es, dass Sie einen Täter kennen. Und angesichts der schieren Anzahl an frauenfeindlichen Übergriffen allein in diesem Land, kann es durchaus sein, dass Sie selbst zu einer dieser Gruppen gehören. Denn genau das ist es, was wir meinen, wenn wir davon sprechen, dass ein Problem „allgegenwärtig“ ist.
Geschlechtsspezifische Gewalt kann vieles umfassen, von der digitalen Gewalt in den Kommentarspalten und Postfächern von Frauen, die es wagen, online auch nur zu existieren, bis zu Stalking, Drohungen, Körperverletzungen, sexualisierter Gewalt und schließlich dem Femizid. Das Töten von Frauen und Mädchen aufgrund von tiefgehendem, strukturellem Frauenhass.
Es gibt Versuche, die drastischen Fallzahlen zu Femiziden zu veranschaulichen. Der Satz „Fast alle drei Tage stirbt in Deutschland eine Frau durch die Hand ihres Partners oder Ex-Partners“ dominiert jährlich rund um den 25. November die Schlagzeilen. Strafverteidigerin und Autorin Christina Clemm macht sich in ihrem Buch „Gegen Frauenhass“ einen zeitlichen Vergleich zunutze: „Würden wir am Ende eines Jahres eine Schweigeminute für jede in Deutschland von ihrem (Ex-)Partner ermordete Frau halten, schwiegen wir über zwei Stunden. Gedächten wir allen Frauen, die einen........
