menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Die Bundeswehr ist zu alt, zu männlich und falsch strukturiert

8 0
03.03.2026

Die Bundeswehr ist zu alt, zu männlich und falsch strukturiert

Stand: 03.03.2026, 17:22 Uhr

KommentareDruckenTeilen(function(a,b){if(a.navigator.canShare){var c=b.querySelector(".idjs-webshareAction"),d=JSON.parse(a.ippen.b64DecodeUnicode(" eyJ0aXRsZSI6IkRpZSBCdW5kZXN3ZWhyIGlzdCB6dSBhbHQsIHp1IG3DpG5ubGljaCB1bmQgZmFsc2NoIHN0cnVrdHVyaWVydCIsInRleHQiOiJEZXIgV2VocmJlYXVmdHJhZ3RlIHplaWNobmV0IGVpbiBkw7xzdGVyZXMgQmlsZCBkZXIgQnVuZGVzd2Voci4gU2V4aXNtdXMtU2thbmRhbGUgc2NocmVja2VuIEZyYXVlbiBhYiwgZGllIFRydXBwZSDDvGJlcmFsdGVydCB6dW5laG1lbmQuIiwidXJsIjoiaHR0cHM6Ly93d3cuZnIuZGUvbWVpbnVuZy9kaWUtYnVuZGVzd2Voci1pc3QtenUtYWx0LXp1LW1hZW5ubGljaC11bmQtZmFsc2NoLXN0cnVrdHVyaWVydC05NDE5NjIzOC5odG1sP3V0bV9zb3VyY2U9X3NoYXJlZCZ1dG1fbWVkaXVtPXdlc3QmdXRtX2NhbXBhaWduPWludGVyYWN0aW9uYmFyIn0="));c&&a.navigator.canShare(d)&&(c.style.display="",c.addEventListener("click",b=>{b.preventDefault(),a.setTimeout(function(){a.navigator.share(d)},0)}))}})(window,document);

Der Wehrbeauftragte zeichnet ein düsteres Bild der Bundeswehr. Sexismus-Skandale schrecken Frauen ab, die Truppe überaltert zunehmend.

Verteidigungsminister Boris Pistorius übt sich seit einiger Zeit in Zuversicht. Die Bundeswehr sei personell so stark wie seit Aussetzung der Wehrpflicht nicht mehr, sagt der SPD-Politiker. Er will zur Einführung des neuen Wehrdienstes einem verbreiteten Defätismus entgegenwirken und kann mit Recht auf eine gestiegene Zahl von Bewerber:innen für die Truppe verweisen.

Der erste Jahresbericht des neuen Wehrbeauftragten Henning Otte spricht jedoch eine andere Sprache. Der CDU-Mann zeichnet das Bild eines Militärs, dessen zentrales Problem die Personallage ist. Die Truppe ist nicht nur zu klein, sondern auch falsch zusammengesetzt.

Tatsächlich ist die Bundeswehr im Schnitt zu alt. Ihr fehlen zudem Frauen. Deren Anteil an den Bewerbungen ist sogar rückläufig. Immer wieder gibt es Sexismus-Skandale wie im rheinland-pfälzischen Zweibrücken. Das ist an sich problematisch, aber auch für die weitere Rekrutierung. Die Strukturen begünstigen die Diskriminierung: Frauen, die in Verbänden oft deutlich in der Minderheit sind, werden von ihren Waffenbrüdern zu Opfern gemacht. Das schreckt weitere Frauen ab.

Ein weiteres Problem ist die Kopflastigkeit der Streitkräfte. Wenn das Verhältnis von einfachen Truppenangehörigen und Offizier:innen fast eins zu eins ist, werden Landes- und Bündnisverteidigung objektiv schwierig.

Erst in ein paar Monaten wird zu sehen sein, wie hoch die Zahl derjenigen ist, die sich zum neuen Wehrdienst melden. Ein niedriger Wert könnte die Wiedereinführung der Wehrpflicht unausweichlich erscheinen lassen. Der quantitative Aus- und qualitative Umbau der Bundeswehr ist aber in jedem Fall ein jahrelanger Prozess. Er wird nicht in Gang kommen, und Pistorius ist machtlos, wenn nicht viele Deutsche die Landesverteidigung als kollektive Aufgabe betrachten.


© Frankfurter Rundschau