Bermudaschnecke gerettet: Geglückter Artenschutz
Bermudaschnecke gerettet: Geglückter Artenschutz
Stand: 20.02.2026, 16:06 Uhr
Von: Lydia Möcklinghoff
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Auch eine gerettete Schneckenart hilft, Ökosysteme zu stabilisieren, die sonst kollabieren könnten.
Gute Nachrichten! Die Bermuda-Schnecke (Poecilozonites bermudensis) feiert ihr Comeback. Eine Erfolgsgeschichte im Artenschutz, die hinter einer unscheinbaren Eisdiele auf Bermuda ihren Anfang nahm. Dort entdeckte ein Schneckenexperte im Jahr 2014 zufällig die längst als ausgestorben geglaubte Schneckenart.
Das Kühlwasser der Eisdiele hatte hier ein verborgenes, kleines Ökosystem entstehen lassen, in dem einige wenige Tiere überleben konnten. Um das Fortbestehen der gesamten Art nicht vom wirtschaftlichen Erfolg eines Speiseeisladens abhängig zu machen, wurden einige der Schnecken zur Zucht in den Chester Zoo nach England gebracht. Mit Erfolg!
Vor einigen Jahren konnten über 100 000 dieser gezüchteten Schnecken in Schutzgebieten auf Bermuda wieder freigelassen werden. Mittlerweile gibt es sechs stabile Kolonien. Als Beutetiere und durch den Abbau von organischem Material tragen sie zur Stabilisierung der dortigen Ökosysteme bei. Dennoch mag der Aufwand, um eine einzelne, kleine, braune Schneckenart zu retten, übertrieben wirken. Ist er aber nicht.
Wie bei der Bermudaschnecke hinterlässt das Verschwinden jeder einzelnen Art immer ein Loch im Ökosystem, auch wenn das zunächst nicht weiter auffällt. Unsere Natur kann man sich wie „Jenga!“ vorstellen, das Spiel mit dem Turm aus Holzklötzchen. Man zieht nach und nach die Klötzchen heraus, bis alles zusammenbricht. In unserem Fall sind die Klötzchen Tier- oder Pflanzenarten und der Turm das Ökosystem.
Zieht man die erste heraus, bleibt der Turm vermutlich noch stehen. Je mehr Klötzchen oder Arten dann aber fehlen, desto wackliger wird die Sache. Und vielleicht ist es am Ende das Aussterben einer Schnecke, das plötzlich zum Kollaps führt. Oder nicht. Aber wer weiß das schon?
Ökosysteme haben diesen einen kritischen Punkt, an dem sie keine weiteren Veränderungen ertragen und ohne Vorwarnung zusammenklappen. Ähnlich wie beim Jenga-Turm lässt sich kaum vorhersagen, bei welchem Klötzchen oder welcher Art dieser Punkt erreicht ist.
Wenn in der Natur alles kollabiert, haben auch wir Menschen ein Problem. Denn intakte Ökosysteme sind für unser Überleben essenziell. Sie versorgen uns mit sauberem Wasser, sauberer Luft und Nahrung. Daher sollten wir ihre Stabilität unbedingt bewahren.
Das klappt allerdings nicht so gut. Um uns herum wackeln die Jengatürme der Natur mehr, als uns lieb sein sollte. Aktuellen Schätzungen der Weltnaturschutzunion zufolge sterben etwa 150 Tier- und Pflanzenarten pro Tag aus. Viele davon durch uns Menschen. Aussterbende Arten gab es zwar schon immer, heute passiert das aber tausend- bis zehntausendmal schneller als bei diesem Hintergrundrauschen der letzten Jahrmillionen. Das ist ein gefährliches Spiel, das wir da spielen.
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Der Aufwand, der betrieben wurde, um diese kleine, braune, unscheinbare Schnecke hinter einer rummeligen Eisdiele zu retten, ist also nicht drollig oder überflüssig. Möchten wir solche zeit- und kostenintensiven Artenschutzprojekte in Zukunft vermeiden, gibt es nur einen richtigen Weg: Wir müssen intakte Naturlandschaften schützen, damit Tier- und Pflanzenarten gar nicht erst selten werden.
