Geld für Gleichstellung ist immer gut investiert
Geld für Gleichstellung ist immer gut investiert
Stand: 16.02.2026, 09:57 Uhr
Von: Franziska Büschelberger
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Gerade jetzt, wo antidemokratische Stimmen lauter werden, braucht es das Gleichstellungsgebot nicht nur auf dem Papier. Doch stattdessen häufen sich Meldungen über Streichungen von Fördergeld für gesellschaftlich notwendige Unterstützung. Die Kolumne.
Laut Gesetz darf niemand zum Menschen zweiter Klasse gemacht werden. Dennoch belegen Studien, dass in Deutschland Millionen Menschen Diskriminierung erleben. Daher schuf das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz 2006 eine Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Dort entstand in den letzten drei Jahren im Rahmen eines Bundesprogramms eine flächendeckende Antidiskriminierungsberatung. Was mit fünf Millionen Euro Steuergeld aufgebaut wurde, wird jetzt wieder abgebaut – die Regierung stellt kein Geld mehr dafür bereit.
Die Rede ist von „respekt*land“. Unter diesem Namen förderte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes in nahezu allen Bundesländern Beratungsstrukturen und -standorte. Insbesondere in zuvor unterversorgten Regionen erhielten Menschen erstmals Hilfeangebote. Im Mittelpunkt stand das Erkennen des Mehrwertes, den jeder Mensch in Gesellschaft und Wirtschaft einbringt – um ein gemeinsames Miteinander und Wachstum zu ermöglichen. Gleichzeitig wurde gegen Machtverhältnisse interveniert und Impulse für strukturelle Veränderungen gegeben.
2024 gingen 11.405 Beratungsanfragen bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ein – ein Rekordwert im Vergleich zu den Vorjahren. Die meisten Fälle betrafen rassistische und ethnische Diskriminierung (43 Prozent), gefolgt von Diskriminierung aufgrund von Behinderungen oder Erkrankungen (27) und geschlechtsbezogener Diskriminierung (24).
Die Antidiskriminierungsstelle berichtet regelmäßig dem Bundestag – der weiß also von diesen Zahlen! Warum dennoch die notwendige Bezuschussung nicht fortgeführt wird, ist für mich ein nicht nachvollziehbarer Schritt gegen demokratische Werte. Diskriminierung führt dazu, dass Menschen Gewalt erfahren und ihnen Teilhabe in verschiedensten Bereichen verwehrt bleibt. Das lässt Menschen misstrauisch, zurückhaltend und sich ausgeschlossen fühlen und schwächt langfristig das Vertrauen in unsere Gesellschaft. Um wirksam gegen Diskriminierung zu werden, braucht Beratung Kontinuität und politische Verlässlichkeit. Sie muss als zentraler Baustein einer inklusiven Gemeinschaft verstanden werden! Es entsteht also erneut genau die Lücke, die „respekt*land“ zu schließen versuchte. Das ist kein Einzelfall. Meldungen über Streichungen von Fördergeld für gesellschaftlich notwendige Unterstützung häufen sich.
Gleichstellung ist ein hoher demokratischer Wert und Diskriminierung hat darin keinen Platz! Nicht nur Betroffene brauchen Beratung und Unterstützung – unsere ganze Gesellschaft profitiert davon.
Diese Arbeit kann nicht allein auf Kosten der Bevölkerung und im Ehrenamt getragen werden. Die Politik muss den Menschen in diesem Engagement Rückendeckung geben – als Signal für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Notwendigkeit dieser Arbeit.
Gerade jetzt, wo antidemokratische Stimmen lauter werden, braucht es das Gleichstellungsgebot nicht nur auf dem Papier. Wenn wir zulassen, dass Menschen in unseren Reihen diskriminiert werden, gefährden wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land – und das können wir uns schlicht nicht leisten.
