Israels Konflikte: Kein Sicherheitsgewinn
Israels Konflikte: Kein Sicherheitsgewinn
Stand: 18.03.2026, 17:39 Uhr
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Israels Angriffe auf Libanon und der Siedlungsbau im Westjordanland sind gefährlich.
Mit den Angriffen auf den Libanon riskiert Israels Regierung ein gefährliches Chaos. Auch die Siedlungspolitik im Westjordanland lässt zweifeln, ob es dem israelischen Kabinett an friedlichem Zusammenleben in der Region gelegen ist. Wie heikel die Lage ist, zeigt ein Blick auf die Landkarte. Israel, Libanon und Syrien sind Nachbarn.
Als ob nicht der Irankrieg schon genug wäre, ist nun auch der Libanon erneut zum Kriegsschauplatz geworden – selbst die Hauptstadt Beirut ist erneut Ziel von Angriffen Israels. Die Hoffnungen auf eine Stabilisierung des krisengeschüttelten, wirtschaftlich maroden Staates, die es nach dem letzten Waffenstillstand und mit der Wahl eines neuen Präsidenten zumindest im Ansatz gegeben hat, sind damit erst einmal dahin.
In Syrien hat sich die neue Regierung nach dem Fall des Diktators Baschar al-Assad noch nicht etabliert. Jede Erschütterung in der Umgebung ist für sie gefährlich. Wie wichtig hier der Machtwechsel war, wie entscheidend eine friedliche Konsolidierung, zeigt sich nicht nur im Rückgang der Flüchtlingszahlen aus Syrien – von denen ein Großteil übrigens nicht in Europa, sondern in Nachbarstaaten wie Libanon Zuflucht fand. Wäre Assad noch am Ruder – der Iran-Krieg wäre noch brisanter, als er ohnehin schon ist.
An einem destabilisierten Libanon, an einem erneut ins Chaos fallenden Syrien kann niemand Interesse haben, auch nicht Israel. Gescheiterte Staaten ohne Strukturen und Ansprechpartner sind nicht nur vor Ort ein Problem, sondern eine Gefahr weit darüber hinaus. Libyen ist dafür ein warnendes Beispiel.
Zu verdanken hat der Libanon die Lage vor allem der islamistischen Hisbollah, die vom Iran Geld, Waffen und Ideologie bezieht und das offenkundig wichtiger findet, als dem eigenen Land und der eigenen Bevölkerung Angst und Raketen zu ersparen. Auf der anderen Seite ist auch Israel dem iranischen Drehbuch gefolgt, in dem die Hisbollah mit Vergeltungsangriffen für die Luftschläge auf Teheran für eine Ausweitung des Krieges zu sorgen versucht, um die Belastung des israelischen Militärs und der internationalen Allianzen zu erhöhen.
Das sehr robuste Vorgehen Israels im Libanon lässt zweifeln, ob es dabei nur um eine – in gewissem Umfang verständliche – Verteidigung gegen Angriffe geht. Dies gilt umso mehr, als ein ohne Staatsamt von Gefängnis bedrohter israelischer Premierminister gemeinsame Sache macht mit rechtsextremen Expansionisten. Er hintertreibt auch sonst jedwedes friedliche Zusammenleben.
In Gaza wurde aus Gegenwehr Zerstörung. Ein Teil der erst wieder geöffneten Grenzübergänge ist seit Beginn der Angriffe auf den Iran wieder geschlossen. Die Versorgung der durch viele Kriegsmonate erschöpften Bevölkerung wird wieder schwieriger. Im Westjordanland treibt die Regierung von Premier Benjamin Netanjahu eine vom Völkerrecht nicht gedeckte Siedlungspolitik voran, lässt israelische Siedlerinnen und Siedler Land und Olivenhaine stehlen und Palästinenser:innen terrorisieren. Die UN sieht Hinweise auf den Versuch ethnischer Säuberungen.
Die Zwei-Staaten-Lösung, zielführende Idee für eine Koexistenz Israels und Palästinas, bekämpft Netanjahu ganz offen. Es ist zwar richtig, dass Existenz und Sicherheit Israels gewährleistet und verteidigt werden müssen. Aber mit dem Stichwort Sicherheit lässt sich nicht alles rechtfertigen, vor allem keine Völkerrechtsbrüche und keine weitere Spaltung. Und sicherer wird die Lage damit sowieso nicht.
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