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Die FDP steuert ohne radikalen Kurswechsel auf ihr Ende zu

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Die FDP steuert ohne radikalen Kurswechsel auf ihr Ende zu

Stand: 09.03.2026, 16:51 Uhr

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Nach dem Bundestagsdebakel verliert die FDP auch in Baden-Württemberg. Parteichef Christian Dürr setzt die gescheiterte Lindner-Linie fort.

Die FDP kommt nicht heraus aus der Abwärtsspirale. Nach dem Debakel bei der Bundestagswahl folgt nun ein Jahr später das Landtags-Aus in Baden-Württemberg. Selbst im Stammland ist den Liberalen die Basis weggebrochen. Wenn es so weitergeht, war es das mit der Partei. Einfach nur darauf verweisen, dass die Erneuerung eben Zeit brauche, wie es Parteichef Christian Dürr tut, wird nicht reichen.

Sicher ist das Baden-Württemberg-Ergebnis zum Teil mit dem Wettrennen zwischen CDU und Grünen zu erklären, das so viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Auch die Linkspartei und die SPD bekamen das zu spüren. Und natürlich ist die Niederlage bei der Bundestagswahl ein Ballast, der schwer wiegt. Der neue Parteichef hat keinen leichten Job übernommen, ohne Sitz im Parlament ist es schwieriger, öffentlich durchzudringen.

Aber sich nicht darauf zu besinnen, was vielleicht außerdem im eigenen Laden falsch gelaufen ist, ist nicht nur wenig selbstkritisch, sondern auch nicht Erfolg versprechend.

Die FDP hat mit Dürr an der Spitze die Niederlage im Bund analysiert und herausgefunden, dass die Partei als abgehoben, unnahbar und bürgerfern wahrgenommen wurde. Abgesehen davon, dass das kein überraschender Befund war: Es ist kaum etwas daraus gefolgt.

Dürr sieht das Wohl für seine Liberalen darin, die Partei als radikal zu empfehlen. Er suggeriert, dass in einer Demokratie der Absolutheitsanspruch zum Erfolg führen könnte, und macht somit genau da weiter, wo sein Vorgänger Christian Lindner aufgehört hat.

Der setzte in der Ampelregierung auf Kompromisslosigkeit und übersah, dass eine Partei, die mit Macht und Tricks aus einer Regierung strebt, wenig attraktiv wirkt. Er nahm Anleihen bei libertären Populisten wie dem argentinischen Präsidenten Javier Milei und Elon Musk - und überzog maßlos. Auch der baden-württembergische Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke war ein Vertreter des Empörungsflügels. Genutzt hat es der FDP nicht.

Wollen die Liberalen überleben, müssen sie daraus Konsequenzen ziehen. Nicht das Label zählt, sondern die Politikfähigkeit. Als „Kraft der Freiheit“ wird die FDP nur wahrgenommen, wenn sie diese auch anderen zugesteht. Es reicht nicht, Teamspiel in der Partei zu propagieren - es muss auch umgesetzt werden. Wer auch immer die FDP künftig führt, wird das beachten müssen. Sonst kann er oder sie sich schon mal merken, wo in der FDP-Zentrale der Lichtschalter sitzt.


© Frankfurter Rundschau