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Trotz Selbstlob steht Donald Trump vor massiven Umfrageproblemen

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26.02.2026

Trotz Selbstlob steht Donald Trump vor massiven Umfrageproblemen

Stand: 25.02.2026, 18:38 Uhr

Von: Andreas Schwarzkopf

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Die Mehrheit der US-Bürger ist mit Donald Trump unzufrieden. Seine Wirtschaftsbilanz enttäuscht, die Zustimmungswerte sind schlecht. Ein Kommentar.

Nach den 108 Minuten Selbstlob von Donald Trump und dem wie bestellt wirkenden Begeisterungssturm seiner Gefolgschaft fragt man sich, ob der US-Präsident die Stimmung in den USA damit zu seinen Gunsten drehen kann. Denn inhaltlich gab es in der längsten Rede eines US-Präsidenten zur Lage der Nation wenig Neues. Doch Wiederholungen nutzen sich ab und unterhalten das Publikum immer weniger, bis es sich gelangweilt abwendet. Zumal, wenn der Redner stellenweise uninspiriert und geschwächt wirkt.

Es drängt sich also der Verdacht auf, Trump habe so lange geredet und seine Republikaner hätten so laut gejubelt, um sich selbst von ihrem Erfolg zu überzeugen. Doch deren sehr eigene Sicht der Dinge scheint nicht mehr durchzudringen. Inhaltlich wirken die Ergebnisse von Umfragen wie der Widerspruch zu Trumps Rede, wonach es dem Land supergeht und der Präsident einsame Spitze ist.

Die Mehrheit der Menschen in den USA ist mit seiner Amtsführung unzufrieden. Seine Zustimmungswerte sind schlechter als die von Barack Obama oder Joe Biden zu vergleichbaren Zeitpunkten. Die brutalen ICE-Einsätze in Minnesota und damit die US-Migrationspolitik werden genauso wie seine Zoll- und Handelspolitik überwiegend abgelehnt. Bei letzterem scheint durchzusickern, dass die Strafgebühren nicht das Ausland, sondern die Firmen und Menschen in den USA zahlen.

Und von seiner Wirtschaftsbilanz inklusive der Inflation sind mehr als die Hälfte der Bevölkerung enttäuscht. Schließlich entwickelte sie sich nicht wie versprochen. Trump ist es auch nicht gelungen, die Industrie zurück in die Vereinigten Staaten zu holen. Es gibt derzeit weniger gewerbliche Arbeitsplätze als vor dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit. Die Außenpolitik ist den US-Bürgerinnen und -Bürgern ohnehin nicht so wichtig. Deshalb werden sie kaum vermisst haben, dass Trump fast nichts zum Konflikt mit dem Iran gesagt hat, obwohl die Spannungen zwischen Washington und Teheran zunehmen.

Die Demokraten können daraus noch kein Kapital schlagen. Sie sollten sich nicht nur darauf beschränken, Trump widerlegen zu wollen. Es ist zwar nicht falsch, wenn ein US-Demokrat während Trumps Rede zu Recht gegen dessen Rassismus demonstriert. Oder wenn die Demokraten die Opfer der Machenschaften von Epstein einladen, um damit ein Zeichen zu setzen. Doch noch fehlen ihnen ein überwölbendes Thema und eine dazu passende Führungsperson.


© Frankfurter Rundschau