Ein neuer US-Notenbankchef für niedrige Zinsen?
Machtwechsel in der Fed : Ein neuer US-Notenbankchef für niedrige Zinsen?
Donald Trump will einen Fed-Chef, der Zinssenkungen durchsetzt. Kevin Warsh liefert ihm das nötige Argument. Leider ist es nicht schlüssig.
Mitte der Neunzigerjahre boomte Amerika. Die Investitionen in Informationstechnik stiegen. Die Arbeitslosigkeit fiel am Ende des Jahrzehnts unter vier Prozent. Trotzdem widersetzte sich Fed-Chef Alan Greenspan Forderungen nach einer strafferen Geldpolitik. Seine Begründung: Höhere Produktivität dämpfe die Inflation. Die Zinsen könnten daher niedriger bleiben, ohne die Wirtschaft zu überhitzen. Greenspan behielt recht. Wachstum und Beschäftigung zogen an, die Inflation blieb niedrig.
Dreißig Jahre später wünscht sich Präsident Donald Trump einen Chef der Federal Reserve, der wie einst Greenspan den vermuteten Produktivitätsschub durch Künstliche Intelligenz (KI) als preisdämpfend einbucht. Zugleich soll er die preistreibende Trump-Politik – Iranangriff und Einfuhrzölle – und die jüngsten Inflationsdaten ignorieren.
Kevin Warsh ist der Mann, den Trump mit dieser Greenspan-Rolle betraut hat. Er wird am 15. Mai neuer Chef der Federal Reserve als Nachfolger von Jerome Powell. Man darf sich Sorgen machen. Denn Trump hat ihn nominiert, weil er glaubt, ihn besser steuern zu........
