Dreistigkeit siegt – vor Gericht hoffentlich nicht
Beltracchis neuester Streich : Dreistigkeit siegt – vor Gericht hoffentlich nicht
Wolfgang Beltracchi fordert sein berüchtigtes „Rotes Bild mit Pferden“ zurück, das ihn als Kunstfälscher zu Fall brachte. Er sollte er der Letzte sein, der sich diese Trophäe an die Wand hängen kann.
Deutschlands populärster Kunstfälscher hat wieder zugeschlagen: Nein, Wolfgang Beltracchi hat nicht etwa ein neu von ihm herbeigemaltes, angeblich zuvor verschollenes Werk von Max Pechstein, Max Ernst oder Heinrich Campendonk als Original ausgegeben und in den Handel eingeschleust. Über diese Stufe von Lug und Trug ist der Mann, der vor fünfzehn Jahren mit seiner Frau Helene vom Landgericht Köln wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs verurteilt wurde – er zu sechs Jahren Haft, sie zu vier, ein weiterer Komplize zu fünf – längst hinaus.
Die Bühne des von ihm verursachten größten Kunstfälscherskandals der deutschen Nachkriegsgeschichte wusste der Blender mit dem sicheren Gespür für Erwartungen des Markts skrupellos zu nutzen, um offen die Profite der Berühmtheit zu genießen, die er sich zuvor durch Maskierung mit großen Namen anderer ergaunern........
