Haben die Brüsseler Staatsanwälte übertrieben?
Brüssel bebt. Durch die Vorwürfe gegen die frühere Außenbeauftragte Mogherini gerät nicht nur die EU unter verschärfte Beobachtung. Auch das Vorgehen der belgischen Justiz wirft Fragen auf.
Eines fällt beim jüngsten Korruptionsfall, der Brüssel erschüttert, ins Auge: Wieder sind Italiener betroffen, wieder steht eine Sozialdemokratin unter Verdacht. Diesmal ist es Federica Mogherini, die als Politikerin des Partito Democratico 2014 erst Außenministerin ihres Landes wurde, dann für fünf Jahre EU-Außenbeauftragte, bevor sie 2020 als Rektorin an das Europakolleg in Brügge wechselte, eine Kaderschmiede für europäische Beamte.
In dieser Funktion soll sie bei der Ausschreibung für ein Programm zur Ausbildung von Diplomaten auf unlautere Weise mit dem Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) zusammengearbeitet haben. Mogherini bestreitet dies. Ebenfalls unter Verdacht stehen ein EU-Spitzenbeamter und ein Mitarbeiter des Kollegs, beide aus Italien.
Als vor ziemlich genau drei Jahren ein schwerer Korruptionsverdacht auf das........
