Ein Diener und Repräsentant des Volkes
Der Bundespräsident : Ein Diener und Repräsentant des Volkes
Was muss ein Staatsoberhaupt leisten? Er sollte gerade in Krisenzeiten Zeichen für das gemeinsame Fundament setzen.
Ein Komiker als Bundespräsident? Eine skurrile Vorstellung in ernsten Zeiten. Aber auch verständlich, wenn man sich vor Augen führt, dass seit je manche Sehnsüchte auf das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland projiziert wurden. Dass da jemand über den Parteien steht, des Gezänks der Tagespolitik entrückt – diese Vorstellung haben Bundespräsidenten selbst genährt –, etwa Richard von Weizsäcker mit seiner Kritik am Parteienstaat (dem er selbst seine Ämter verdankte). Bis hin zu der mehrfach auch von Bundespräsidenten erhobenen Forderung, das Staatsoberhaupt solle direkt vom Volk gewählt werden.
Doch das würde eine Unwucht in das staatliche Gefüge bringen. Ein direkt gewählter Bundespräsident hätte dann, im Gegensatz etwa zum Bundeskanzler, eine unmittelbare Legitimation durch die Bürger. Die könnte er auch gegen andere Verfassungsorgane in Stellung bringen: Schaut, anders als ihr bin ich direkt gewählt!
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Anders als die anderen ist der Bundespräsident in jedem Fall. Denn sein Amt verkörpert, höchstrichterlich bestätigt, die Einheit des Staates. Demnach kommt die Autorität und die Würde seiner Stellung vor allem in dessen geistig-moralischer Wirkung zum Ausdruck. Ein Hindenburg mit Notverordnungsrecht und Oberbefehl über die........
