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Ein Geschenk, das Geschichte schreiben sollte

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07.02.2026

Das Adelsgeschlecht Haus Hessen bietet dem Land Schlösser, Museen und ein Hotel zur Übernahme an. Das ist kulturpolitisch heikel. Denn damit stellt sich auch die Frage, wie das monarchische Erbe künftig vermittelt wird.

Wenn ein Adelshaus dem Land Schlösser, Museen, Parks und – als Sahnehäubchen – ein Schlosshotel anbieten will, klingt das zunächst nach einem dieser seltenen Momente, in denen Geschichte nicht nur kostet, sondern schenkt. Genau so wird es derzeit in Hessen verhandelt: Das Haus Hessen, vertreten durch Donatus Landgraf von Hessen, hat der Landesregierung angeboten, Verantwortung für Teile seines Besitzes und die Kulturstiftung des Hauses zu übernehmen – „mit allen Rechten und Pflichten“.

Die Offerte berührt dabei einen historischen Sonderfall: Das Haus Hessen verweist darauf, dass es mit der Gründung der Hessischen Hausstiftung 1928 verpflichtet worden sei, sein historisches Erbe zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nun soll – so die Vorstellung – diese Verantwortung „in staatliche Hände“ übergehen, um die Kulturgüter dauerhaft zu bewahren und zugänglich zu halten.

Im Angebot sind klingende Namen. Genannt werden unter anderem Schloss Friedrichshof in Kronberg (heute als Luxushotel genutzt), Schloss Fasanerie mit Museum bei Eichenzell sowie die Mausoleen auf der Rosenhöhe in Darmstadt; dazu kommen weitere Liegenschaften und Wohnimmobilien und Zehntausende Kunstwerke. Der Wert des Pakets wird intern auf rund 450 Millionen Euro geschätzt.

Die Landesregierung kündigt eine ergebnisoffene Prüfung an. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) spricht von einem „kulturpolitischen Signal“ und einem „Zeichen des Vertrauens“. Der Kulturminister Timon Gremmels (SPD) verweist zugleich auf die Möglichkeit, Kosten aus Stiftungserlösen zu decken – auch das ist Teil der Rechnung, die die Politik jetzt aufmachen muss.

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© Frankfurter Allgemeine