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Diese eine Stunde macht den Feierabend erst lebenswert

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Zeitumstellung : Diese eine Stunde macht den Feierabend erst lebenswert

Viele Menschen ärgern sich über die Zeitumstellung. Aber was im Winter lästig wirkt, ist für den Sommer unentbehrlich: eine helle Stunde für einen geselligen Feierabend. Plädoyer für zwei Uhrzeiten.

Ende März geschieht etwas Merkwürdiges: Die Menschen verlieren eine Stunde – und freuen sich darüber. Der Uhrzeiger springt vor, der Sonntag wird kürzer. Trotzdem wird die Sommerzeit von vielen freudig erwartet, denn am Abend bleibt es länger hell: für einen Spaziergang am Main, für eine Runde auf dem Fahrrad oder für die Kinder auf dem Spielplatz.

Ende Oktober ist es umgekehrt. Die Uhr wird zurückgestellt, der Sonntag um eine Stunde verlängert. Und doch fühlt sich der Gewinn für viele wie ein Verlust an. Schon am späten Nachmittag wird es dunkel. Wer Büro, Schule oder Werkstatt verlässt, kommt in eine Welt, in der der Tag schon früh zu Ende scheint.

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Diese Erfahrung ist ein starkes Argument dafür, die Sommerzeit nicht abzuschaffen, denn warum sollte es auch in der warmen Jahreszeit schon früher als nötig dunkel werden? Das zwischen Frühjahr und Herbst um eine Stunde verlängerte Tageslicht ist ein Geschenk, das wenig kostet, aber vieles ermöglicht: Begegnungen, Bewegung und jene kleine Freiheit, die den Feierabend erst zum Feierabend macht. Die Uhr sollte auch künftig im Frühjahr eine Stunde vorgestellt und im Herbst wieder auf die Normalzeit zurückgestellt werden.

Auch die Kritiker haben gute Argumente

Ja, auch die Gegner der saisonalen Sommerzeit haben gute Argumente. Zweimal im Jahr wird der Schlafrhythmus gestört. Für Schichtarbeiter, Eltern kleiner Kinder und Menschen mit gesundheitlichen Problemen kann der Wechsel mehr bedeuten als bloße Müdigkeit. Auch Energie spart die Zeitumstellung heute nicht in dem Maß, das man sich bei ihrer Wiedereinführung 1980 – im Schatten der Ölkrise – erhofft hatte. Morgens wird länger geheizt, während die Einsparung bei der Beleuchtung begrenzt ist. Das sollte nicht beschönigt werden.

Die entscheidende Frage lautet aber: Ist der halbjährliche Wechsel ein so großer........

© Frankfurter Allgemeine