Merz wagt den nuklearen Schulterschluss mit Frankreich
Neue Wege bei Abschreckung : Merz wagt den nuklearen Schulterschluss mit Frankreich
Der Kanzler nimmt Macrons Angebot an, bei der Abschreckung enger zusammenzuarbeiten. Die Bedenkenträger in Berlin haben sich nicht durchgesetzt – gut so.
In der Bilanz der Amerika-Reise des Bundeskanzlers hat ein Umstand zu wenig Beachtung erhalten. Obwohl der amerikanische Präsident die Pflichten der europäischen Verbündeten in unverblümter Form beschrieb, blieb Tadel für Frankreich aus. Das ist bemerkenswert, denn Präsident Emmanuel Macron hat in seiner Grundsatzrede am Atom-U-Boot-Stützpunkt in Ile Longue die Grundlage für eine von den Vereinigten Staaten unabhängige, ergänzende nukleare Abschreckung für Europa gelegt.
Bedenkenträger wie Verteidigungsminister Boris Pistorius hatten dafür plädiert, das französische Angebot abzulehnen. Die Sorge, damit Misstrauen in den Vereinigten Staaten zu schüren und Unruhe in die NATO zu bringen, hat sich als unbegründet erwiesen. Das ist eine gute Nachricht für die deutsch-französische Freundschaft, die sich wieder einmal solider als ihr Ruf erweist.
Es ist dem beherzten Vorgehen des Bundeskanzlers zu verdanken, dass demnächst eine hochrangige nukleare Steuerungsgruppe zusammentritt, um konkrete Schritte zu vereinbaren. Seine Vorgänger im Bundeskanzleramt hatten die Angebote aus Paris mit Blick auf befürchtete Reaktionen aus Washington ausgeschlagen.
Le Pen hat nichts auszusetzen
Angesichts der wachsenden Unsicherheit in Europas unmittelbarer Nachbarschaft ist........
