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Leo XIV., der Missionar

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29.04.2026

Ein Jahr Papst : Leo XIV., der Missionar

Vor einem Jahr wurde Leo XIV. zum Papst gewählt. Bei seiner jüngsten Afrikareise traf seine Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit auf begeisterte Gläubige.

Hätte man vor knapp einem Jahr anhand formaler Kriterien gefragt, wer von den 135 Kardinälen im Konklave am besten geeignet sei, die Nachfolge von Papst Franziskus anzutreten, wäre Robert Francis Prevost die Antwort gewesen. Der Angehörige des Augustinerordens stammt zwar aus den USA, hat aber rund die Hälfte seines erwachsenen Lebens in Peru zugebracht, zunächst als Missionar, später als Ortsbischof.

Als Generalprior seines Ordens lernte er buchstäblich die ganze Welt kennen: Reisen in fast vier Dutzend Länder auf allen Kontinenten sind in den zwölf Jahren seiner Amtszeit verbürgt. Als Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe, seine letzte Verwendung in der Kurie vor seiner Wahl ins Papstamt, setzte er seine umfangreiche Reisetätigkeit fort.

Mit damals 69 Jahren hatte Prevost das richtige Alter: Er war nicht so alt wie seine unmittelbaren Vorgänger Franziskus und Benedikt XVI., aber auch nicht so jung wie Johannes Paul II. Er konnte eine Dissertation in Kirchenrecht vorweisen, Erfahrung als Leiter einer wichtigen Kurienbehörde und vor allem als Priester und als Bischof.

Schließlich war er polyglott, sprach die vatikanische Lingua franca Italienisch ebenso behände wie Englisch und Spanisch, dazu passabel Französisch. Mit einem Wort, die Kardinäle wählten einen bestens qualifizierten........

© Frankfurter Allgemeine