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Signal der Entschlossenheit

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Kreditkartenbetrug : Signal der Entschlossenheit

Hartnäckig und in enger Abstimmung mit internationalen Partnern ist  Ermittlern die Auslieferung einer Managerin aus dem engsten Umfeld von Jan Marsalek gelungen. Warum ging das nicht früher so?

Finanzskandale wie Cum-Ex oder der Zusammenbruch des Dax-Konzerns Wirecard brachten verschiedenen Behörden und Strafverfolgern reichlich Spott und Häme ein. Während die breite Öffentlichkeit auf das Ende des Wirecard-Strafprozesses gegen den ehemaligen Konzernchef Markus Braun wartet, haben Ermittler und Finanzaufseher die letzten Wochen genutzt, um in einem anderen Kriminalfall signifikante Fortschritte zu erzielen.

Die „Operation Chargeback“, der Aktionstag im November 2025 gegen einen globalen Ring von Kreditkartenbetrügern, die einen Schaden von mindestens 350 Millionen Euro verursacht haben, war keine Eintagsfliege. Hartnäckig und in enger Abstimmung mit internationalen Partnern ist deutschen Ermittlern in dieser Woche die Auslieferung einer mutmaßlichen Beteiligten des Betrugs gelungen, die zudem das Geschäft von Wirecard in Singapur bestens kennt. Für das komplexe Verfahren rund um die mögliche Beteiligung der Zahlungsabwickler könnten ihre Einlassungen ein echter Durchbruch sein.

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Der Fall veranschaulicht, dass die Bemühungen der Verantwortlichen innerhalb von Bafin, Zoll und spezialisierten Staatsanwaltschaften offenbar Früchte tragen, das „Silo“-Denken abzubauen und auf Kooperation zu setzen. Was bleibt, ist ein Signal von Entschlossenheit. Eines, das in den eingangs erwähnten Skandalen lange auf sich warten ließ – zum Nachteil von Geschädigten und Steuerzahlern.

Marcus JungRedakteur in der Wirtschaft.

Redakteur in der Wirtschaft.


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