Die große Verunsicherung
Deutscher Anwaltstag : Die große Verunsicherung
Während die Anwaltschaft in Freiburg debattiert, machen Anthropic und Open AI längst Ernst. Wer jetzt zaudert, verliert – und wer ohne Sorgfalt auf KI setzt, riskiert mehr als nur den Anschluss.
Der Deutsche Anwaltstag 2026 stand unter einem Motto, das viel versprach: „Anwaltschaft im Aufbruch – Zukunft gestalten“. Drei Tage diskutierten die Juristen in Freiburg auf Einladung des Deutschen Anwaltvereins (DAV) über die Perspektiven für ihre Zunft. Doch wer verfolgt, was sich im internationalen Rechtsmarkt und vor allem bei den führenden Anbietern generativer Künstlicher Intelligenz zusammenbraut, der muss dieses Motto anders lesen: Für den Aufbruch sorgen die KI-Anbieter und die großen Hyperscaler, also die Betreiber der Rechenzentrums- und Cloud-Infrastruktur. Mit Anthropic und Open AI haben die Entwickler der beiden leistungsstärksten Sprachmodelle, Claude und ChatGPT, eigene Module für die Rechtsberatung veröffentlicht oder angekündigt.
Die deutsche Anwaltschaft, in der Einzelanwälte und Einheiten bis rund 20 Anwälte das Gros des Marktes ausmachen, sitzt dabei längst nicht mehr am Steuer. Der Appell von DAV-Präsident Stefan von Raumer, Anwälte müssten in Zeiten generativer KI die Zukunft aktiv mitgestalten, wird........
