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Trumps Tonfall erinnert an die Gangster aus Mafiafilmen

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22.01.2026

Wer die Reden des US-Präsidenten an ihrem Sachgehalt misst, ist ihm schon auf den Leim gegangen. Donald Trump stellt vielmehr die Selbstachtung der anderen auf die Probe.

Das eine sind die Inhalte. Grönland müsse von den Vereinigten Staaten geschützt werden. Dauerhafte Außenhandelsdefizite sind unerträglich. Die Zinsen im Dollarraum sind zu hoch. Windenergie führt in eine Sackgasse. Die Europäer sollten mehr für ihre Verteidigung ausgeben. Der Krieg in der Ukraine muss aufhören.

Das andere ist die Art, in der Donald Trump in Davos gesprochen hat. Er sprach frei, wenn es denn ein Zeichen von Freiheit ist, sich nur von den eigenen Assoziationen treiben zu lassen. Eigentlich nur von einer Assoziation: Trump fällt zu allem immer Trump ein. Den Text kann er auswendig. Trump: einzigartig, fabelhaft, erstaunlich. Karlsson vom Dach war dagegen bescheiden. Schamloser Angeber wäre eine freundliche Umschreibung.

Wenn Trump ein Mikrofon oder ein Ohr sieht, findet er, dass er erst einmal über sich selbst sprechen sollte. Dieses Selbst verwechselt er mit Amerika. Lobt er sein Land, ist es ein Selbstlob. Sein Land sollte eigentlich ihm gehören, so wie Grönland, so wie überhaupt das meiste. Was er haben möchte, aber nicht hat, haben ihm die anderen weggenommen. Außenhandelsüberschüsse beispielsweise, den Nobelpreis,........

© Frankfurter Allgemeine