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Wo ist Messi?

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18.02.2026

Olympia mit Fußballstars : Wo ist Messi?

Tamtam mit dem Glocken läutenden Kultcoach Jürgen Klopp oder Joshua Kimmich beim Biathlon hat Olympia in Italien nicht nötig. Aber manchen Verbänden reicht das Spektakel ihrer Athleten offenbar nicht.

Haben Sie das mitbekommen? Wie geschmeidig sie die Waffe in den Anschlag genommen haben, sanft am Abzug zogen, den Blick super fokussiert nach vorn auf die Ziele gerichtet? Wir denken nicht an die Biathlon-Profis im olympischen Staffelrennen. Die haben das auch ganz gut gemacht, klar.

Aber Joshua Kimmich und Jürgen Klopp waren am Dienstag beim Biathlon in Antholz! Haben sich ein paar Rennen angeschaut und mitgefiebert. Der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und der „Head of global soccer“ von Red Bull durften auch mal Hand anlegen. Mit einer Laser-Waffe ein bisschen herumballern. Auf Schritt und Tritt begleitet von Kameras. Der pure Wahnsinn. Hoffentlich haben Sie das im Fernsehen gesehen, man konnte es gar nicht verpassen. Es war – episch!

Wie cool muss man sein, um so entspannt wie Jürgen Klopp vor 19.000 Zuschauern im heftigen Schneefall die Glocke für die Schlussrunde zu läuten? Ding-ding-ding-ding-ding für Eric Perrot, dann noch mal ding-ding-ding-ding für Vetle Sjaastad Christiansen und sogar ein drittes Mal für Sebastian Samuelsson – ding-ding-ding! Mega cool. So lässig kann das nur der „Head of global soccer“ von Red Bull. Der Bundespräsident war letztens auch schon beim Biathlon. Fehlt nur noch Messi beim Massenstart, oder?

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Beruhigen wir uns lieber. Es ist Olympia! Hier soll es um alles gehen, nur nicht um Fußball. Wenigstens einmal in vier Jahren kann man den Fernseher anmachen, und es rollt kein Ball durchs Bild – oder ist schon wieder Champions League?

Mal im Ernst: Haben Sie das Stehendschießen von Christiansen gesehen? Keine 20 Sekunden für fünf Treffer. Oder wie Émilien Jacquelin über die Loipe gerast ist? Perrots Zieleinlauf, übermannt von seinen Gefühlen, weil er und die französischen Männer zum ersten Mal ein olympisches Staffel-Rennen gewonnen haben? Oder am Abend die deutschen Bob-Piloten, wie geschmeidig sie mit ihren Flitzern aus Carbon und Stahl die Eisrinne hinuntergesaust sind? Das war episch!

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Zur Bob-Bahn tingelte Jürgen Klopp auch noch. Am Abend vorher war er im Deutschen Haus gesichtet worden, den Österreichern stattete er ebenfalls einen Besuch ab. Alles minutiös dokumentiert, festgehalten in Wort, Bild und Ton. Parallel trennte sich der österreichische Fußballklub RB Salzburg von seinem Trainer. Und zack, stand König Fußball wieder im Mittelpunkt. Wer wird Thomas Letschs Nachfolger? Da wollte Klopp nicht zu viel verraten.

Viele Sportarten hadern zu Recht damit, dass der Fußball alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, jedes Zitat von Lothar Matthäus scheinbar mehr Klicks erntet als die Nachricht, welcher Wintersportler auf welche herausragende Art und Weise einen Weltcup gewonnen hat. Dazu trägt auch die Berichterstattung bei, die sich gerne auf den prominenten Besuch als auf das Rennen konzentriert.

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Die Publicity eines Fußballer-Besuchs nutzen auch Sportverbände gern, um die eigenen Kanäle zu bespielen, ein Stück vom Hype abzubekommen. Dabei haben die Winterspiele auch ohne Klopp und Kimmich genug zu bieten. Dramen und Betrügereien inklusive. In erster Linie aber Geschichten von Menschen, die im wichtigsten Moment ihres Lebens als Sportler und Sportlerin versuchen, ihr Bestes zu geben. Vielen gelingt es spektakulär.

Das haben selbst Fußballstars so noch nicht gesehen.

Julia BasicSportredakteurin.


© Frankfurter Allgemeine