Özdemir, der neue Kretschmann
Baden-Württemberg : Özdemir, der neue Kretschmann
Multikulti mit Kehrwoche: Der Grünen-Spitzenkandidat verwandelte sich im Wahlkampf zum CDU-Politiker. Wieder gibt es eine große Koalition. Die Opposition? Das ist die AfD.
Vom Ende der Ära Kretschmann hätte man erwarten können, dass auch die Ära der Grünen dem Ende entgegengeht. Denn es war verfrüht gewesen, das postmaterialistische Zeitalter auszurufen, das wie gemacht schien für die Grünen. Nicht mehr Geld, Wohlstand, Wachstum, Industrie und Konsum, sondern Vielfalt, Gerechtigkeit, das gute Gewissen und die Natur sollten in diesem neuen Zeitalter den Lauf der Dinge regieren. All die Öko-Werte konnten sich im Klimaschutz wiederfinden, einschließlich der Kapitalismusallergie und Industriekritik, die zum Gründungsmythos der Grünen gehören wie die Sonnenblume.
Doch es ist ganz anders gekommen. Ausgerechnet die „große Transformation“ hat materielle Interessen wieder nach oben gespült, mit denen die Grünen schon nicht mehr gerechnet hatten. Aber hat es ihnen geschadet?
Kretschmann repräsentierte nicht nur die moral- und werteorientierte Seite der grünen Erfolgsgeschichte, sondern auch eine ganz andere, die immer nur unvollkommen mit „Realo“ beschrieben wurde. Der Landesvater wusste sehr wohl, dass es ohne bürgerliches Ethos, ohne Schaffe-schaffe-Häuslebaue nichts werden würde mit einer........
