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Äolsharfen

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06.02.2026

Heute findet man Äolsharfen nur noch selten. Früher aber waren die im Wind klingenden Instrumente allgegenwärtig und inspirierten viele Dichter.

Es ist sozusagen der Synthesizersound des 18. und 19. Jahrhunderts. Mit heutiger Hörgewohnheit meint man jedenfalls, elektronisch erzeugte Klänge wahrzunehmen, wenn der Wind die Saiten einer Äolsharfe in Schwingung versetzt. Es sind sphärische, oft lang anhaltende, je nach Stärke des Windes an- und abschwellende, schwirrende Akkorde, mitunter auch Tonfolgen.

Bekannt war das nach dem Windgott Aeolus benannte Instrument oder zumindest das grundlegende Phänomen schon seit der Antike. So richtig erklären konnte aber selbst der Aufklärer und Physiker Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799) noch nicht, wie die Klänge zustande kamen.  Für ihn glichen sie dem „Gesang entfernter Chöre und überhaupt mehr einem harmonischen Gaukelspiel ätherischer Wesen als einem Werk menschlicher Kunst“.

Lichtenberg lieferte dazu eine einfache Bauanleitung: Auf einem länglichen Holzkasten mit Resonanzboden und Öffnungen für den Luftstrom........

© Frankfurter Allgemeine