Ernährungssicherheit ist mehr als Autarkie
Landwirtschaft : Ernährungssicherheit ist mehr als Autarkie
In Krisenzeiten wird Ernährungssicherheit schnell zur Leitvokabel. Doch wer sie auf nationale Selbstversorgung verengt, blendet die stabilisierende Rolle des Handels aus.
Wenn durch Kriege landwirtschaftliche Lieferketten ins Stocken geraten, Lebensmittel teurer werden oder Dünger knapp wird, gerät die Ernährungssicherheit wieder ins Zentrum öffentlicher Debatten. Das ist nachvollziehbar, doch die Debatte wird in Landwirtschaftskreisen zu oft verkürzt geführt. Als Reflex auf Krisen pochen Bauernvertreter auf eine stärkere nationale Eigenversorgung. Das mobilisiert; das Sicherheitsnarrativ soll die Landwirtschaft politisch aufwerten.
Ernährungssicherheit wird dabei nicht selten zur Projektionsfläche, um staatliche Stützen zu fordern, weniger Standards zu verlangen oder sich dem offenen Handel zu widersetzen. Die Potentiale des Handels werden jedoch ausgeblendet. Ernährungssicherheit entsteht nicht durch Autarkie, sondern durch ein System aus heimischer Produktion, offenen Märkten, resilienten Lieferketten und klugem Risikomanagement.
Krisen zeigen, wie verwundbar die Versorgung ist. Ernährung ist außenpolitisch zum Druckmittel geworden und wirkt innenpolitisch, wenn steigende Preise soziale Spannungen erzeugen oder die........
